Mammutwochenende mit spannendem Finale

Hilpoltstein (mu) – Nach dem ernüchternden 5:9 bei der Bayern-Reserve, dem vermeintlich leichtesten drei Gegner vom Wochenende, war die Hilpoltsteiner Bundesligareserve mit einem leicht mulmigen Gefühl in die zwei schwieriger einzuschätzenden Duelle gegangen. Doch während der relativ kurzen Fahrt bis zu dem Münchener Stadtteil Gräfelfing war das mulmige Bauchgefühl wohl einer „Jetzt-erst-recht-Einstellung“ gewichen. Diese sollte die Burgherren dann auch deutlich erfolgreicher durchs restliche Wochenende tragen, an dem zwei nicht für möglich gehaltene Erfolge in Gräfelfing und am Sonntagnachmittag zuhause gegen Sparta Noris Nürnberg heraussprangen.

Jaka Golavsek

Beim TSV Gräfelfing, bis dato Ligakrösus mit erst einem abgegebenen Zähler, gelang gleich mal ein Start nach Maß: der glatten Niederlage von Golavsek/Wechsler gegen die starken Becker/Schwalm folgten zwei glatte Erfolge von Hegenberger/Danzer gegen Heeg/Bursian sowie Kabacinski/Stumpf gegen Pilsl/Fasching. Es folgten jeweils zwei Punkteteilungen mit einem Golavsek-Sieg über Heeg und einer Hegenberger-Pleite gegen Becker sowie einem haarscharfen 12:10 von Kabacinski über Pilsl und einem 1:3 von Danzer gegen Schwalm. Eine Vorentscheidung für Hilpoltstein besorgte das diesmal ganz starke hintere Paarkreuz: Johannes Stumpf hatte keine Mühe mit Fasching, während der für Hannes Hörmann eingesprungene Andreas Wechsler einen tollen 11:9-Sieg im letzten Satz gegen Bursian bejubeln durfte. Eine Vorentscheidung war die 6:3-Führung insbesondere deshalb, weil auch im zweiten Durchgang die Punkteteilungen in gleichem Rhythmus weitergingen: auch Golavsek hatte gegen den überragenden Becker nichts zu bestellen, während Sebastian Hegenberger eine weitere tolle Leistung mit einem 3:1-Sieg über Heeg in die Box brachte. Tomek Kabacinski ließ gegen Schwalm überhaupt nichts anbrennen, während Matthias Danzer gegen Pilsl nichts zu bestellen hatte. Den Schlusspunkt zum umjubelten und nach dem schwachen Start ins Wochenende nicht für möglich gehaltenen 9:5-Erfolg beim Spitzenreiter setzte dann der diesmal prima aufgelegte Johannes Stumpf mit einem ungefährdeten Erfolg über Bursian.

Ergebnisse: TSV Gräfelfing – TV HIP II 6:9

Direkt nach Spielende ging es auf die Heimfahrt nach Hilpoltstein, wo am nächsten Tag im Gymnasium noch das mittelfränkische Derby gegen Sparta Noris Nürnberg anstand. Dass der TV-Express, diesmal mit Debütant Leon Döbler für Hörmann, dieses mit einem hauchdünnen, aber verdienten 9:7-Sieg für sich entscheiden konnte, sorgte für Riesenjubel und große Erleichterung im TV-Lager. Ganz besonders laut war dieser, weil mit Leon Döbler ein echtes Eigengewächs für den sensationellen Erfolg gesorgt hatte. Der junge Linkshänder hat alle TV-Jugendmannschaften durchlaufen und sich über die vierte Mannschaft bis in die Dritte in der Verbandsliga hochgearbeitet und sich dort mit konstant starken Leistungen für den Einsatz in der Zweiten empfohlen. Am Ende des Spiels musste der trainingsfleißige junge Mann beim Stand von 7:7 gegen den erfahrenen Michael Heinlein antreten. Dass Döbler am Ende nach einem 1:2-Satzrückstand einen 3:2-Erfolg bejubeln dürfen sollte, hatten sicher nur die wenigsten erwartet und für richtige Begeisterung im TV-Lager gesorgte. Schließlich hatte man so das Wochenende doch noch zu einem sehr gelungenen gemacht.

Nach einem guten Start war der TV Hilpoltstein mit 3:1 und 4:2 in Führung gegangen, verantwortlich dafür zeichneten Hegenberger/Danzer und Kabacinski/Stumpf in den Doppeln sowie Jaka Golavsek (gegen Emter) und Tomek Kabacinski (gegen Baumgärtel) in den Einzeln. Golavsek/Döbler und Sebastian Hegenberger mit einem denkbar unglücklichen 10:12 gegen Dr. Ulrich hatten für die Gäste-Zähler gesorgt. Doch vier Niederlagen in Serie – Danzer gegen Reichart, Stumpf nach 2:0-Führung gegen Heinlein, Döbler gegen Ott und Golavsek gegen Dr. Ulrich – brachten auf einmal die Gäste mit 6:4 in Führung. Doch noch einmal sollten die Burgherren ihre Kampfstärke unter Beweis stellen: Sebastian Hegenberger hatte mit Emter ebenso wenig Mühe wie Tomek Kabacinski mit Reichart und Matthias Danzer mit Baumgärtel. Hilpoltstein ging wieder mit 7:6 in Führung, musste aber postwendend den Ausgleich hinnehmen durch eine 2:3-Niederlage von Johannes Stumpf gegen Ott. Fast zeitgleich folgten dann der Döbler-Coup gegen Heinlein sowie der starke Abschlusserfolg von Hegenberger/Danzer über Ulrich/Emter, gleichbedeutend mit dem 9:7-Entstand für die am gesamten Wochenende stark geforderten TV-Herren. Nun steht noch der Vorrundenabschluss gegen den TB Regenstauf an.

Ergebnisse: TV HIP II – Sparta Noris Nürnberg 9:7

Am Samstagnachmittag musste die zweite Tischtennismannschaft des TV Hilpoltstein beim ersten von drei Auftritten an diesem Wochenende einen herben Rückschlag im Kampf um die vorderen Tabellenplätze hinnehmen: nach fast vier Stunden höchst ansehnlichem Oberliga-Tischtennis unterlag sie ohne den verletzten Hannes Hörmann bei der Drittligareserve des FC Bayern München mit 5:9.Vor Saisonbeginn wäre ein derartiges Ergebnis wohl als Überraschung deklariert worden. Doch Teammanager Uli Eckert hatte schon damals gesagt: „Von unseren ersten vier Cracks darf auf keinen Fall einer ausfallen, sonst wird es gegen alle Teams eng!“ Am Samstagnachmittag sollte der erfahrene Betreuer, früher selbst lange Jahre in der gleichen Liga unterwegs, recht haben, denn schon in den Doppeln lief alles gegen die Burgstädter: das neue Einserdoppel Hegenberger/Danzer unterlag in fünf abwechslungsreichen Durchgängen gegen Longhino/Renner. Das gleiche Schicksal ereilte die bis dato so stabilen Kabacinski/Stumpf gegen Meister/Li, während Golavsek/Wechsler keinen Stich machten gegen Deutsch/Köppl.
Von den zitierten „Ersten vier“ fehlten nicht nur Hörmann, dummerweise brachte sich auch noch Topmann Jaka Golavsek gleich zweimal um den Lohn seiner sehenswerten Mühen, als er sowohl gegen Longhino als auch gegen Deutsch mit zwei Punkten Unterschied im letzten Satz unterlegen war. Wesentlich besser machte es sein 16jähriger Paarkreuzkollege Sebastian Hegenberger, der abermals belegte, was für ein Riesenpotential in ihm steckt: gegen den ihm bestens bekannten Longinho siegte er knapp in fünf Sätzen, gegen den gewiss nicht schlechten Deutsch machte er in drei einseitigen Durchgängen nahezu keinen Fehler. Ein großes Ausrufezeichen des trainingsfleißigen Wahl-Münchners.
Absolut Verlass war auch am Samstagnachmittag auf die Nummer drei, Spielertrainer Tomek Kabacinski: gegen Meister hatte er gar keine Mühe, gegen den bundesligaerprobten Köppl musste er nur einen Satz abgeben, die restlichen Durchgänge dominierte der aufschlagstarke Pole nahezu nach Belieben. Für Hörmann in die Mitte gerutscht war der erst 13jährige Matthias Danzer, der prompt auch schon ein Einzel zu seinen Gunsten entscheiden konnte: nach einem glatten 0:3 gegen den routinierten Köppl setzte er sich nach guter spielerischer Leistung mit 3:2 gegen Meister durch.
Hinten war dagegen diesmal nichts zu holen, so gelang es dem Rückkehrer Andreas Wechsler sowie dem 16jährigen Johannes Stumpf gegen Li und Renner in drei Duellen nicht, einen Satz für sich zu entscheiden. So fiel die Analyse denn auch relativ klar aus am Ende: kein Doppelsieg und kein Erfolg hinten ist definitiv zu wenig um in dieser starken Oberliga zu punkten. Direkt im Anschluss ging es dann weiter gegen den noch deutlich stärker eingeschätzten Tabellenführer TSV Gräfelfing.

Ergebnisse: FC Bayern München II – TV HIP II 9:5

 

 

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