Knapper aber verdienter 6:3 Erfolg für den TV Hip in der Dreiflüssestadt

Passau (wwl) – 6:3 beim TTC Fortuna Passau: Welch ein Jahresabschluss für den TV Hilpoltstein. Der Tischtennis-Zweitligist hat damit alle Erwartungen übertroffen, steht mit 11:7 Punkten auf einem ausgezeichneten vierten Tabellenplatz und geht mit sieben Zählern Abstand auf die Abstiegszone in die Winterpause. Zeit, Bilanz(en) zu ziehen.

Einmal nicht zittern, einmal nicht auf die Ergebnisse der Konkurrenz starren, einmal eine ganz entspannte Saison spielen. fernab jedweder Abstiegssorgen. Derlei Annehmlichkeiten war den Hilpoltsteinern in all den Jahren ihrer Zugehörigkeit zur zweiten Bundesliga selten vergönnt. Doch in dieser  Saison sieht es ganz danach aus: „Wir sind hochzufrieden mit der Vorrunde“, resümierte ein gelöster Abteilungsleiter Robert Nachtrab.

Kann er auch, Das neu formierte  Team hat sich erstaunlich rasch zusammengefunden und das trotz schwieriger Startbedingungen. „Unsere beiden Neuen, Andy Perreira und Petr Fedotov, konnten wir Coronabedingt nur im Video sehen. Da ist immer ein Risiko dabei“, räumt Nachtrab ein und fügt hinzu: Wir hatten halt ein glückliches Händchen.“  Und das nicht zum ersten Mal. Von wenigen Ausnahmen abgesehen wurde in Hilpoltstein über all die Jahre eine vorzügliche Personalpolitik betrieben. Die Mannschaft passt außerordentlich gut zusammen. sportlich und menschlich“, gerät Co-Abteilungsleiter Uli Eckert ins Schwärmen. Dass der Jahrgang 2021 ein guter ist. zeigte sich auch gegen Passau. Das brisante Bayern-Derby war in mancherlei Hinsicht ein Spiegelbild der Saison, womit wir bei der Einzelkritik angelangt sind.

Dreh- und Angelpunkt der Mannschaft ist auch in seinem dreizehnten Hilpoltsteiner Jahr Alexander Flemming, dessen Leistung kein Verfallsdatum zu kennen scheint. Flemming geht mit seinen 34 Jahren als Kapitän, sportlicher Leiter und mit einer starken 11:5-Bilanz voran. Herausragend waren seine Auftritte gegen Kölns Samuel Walker oder den Ex-Hilpoltsteiner Philipp Floritz.

Dem steht Andy Perreia kaum nach. Der kubanische  Nationalspieler versprüht spielerischen Glanz, auch, wenn seinen filigranen Aktionen der eine oder andere Schnörkel innewohnt. Egal, seinen acht Siegen stehen nur sechs Niederlagen gegenüber – das kann sich wirklich sehen lassen.
Grund zur Freude hat ganz sicher auch der zweite Neue im Team, Petr Fedotov.. Der Russe, der ein kompromissloses, zuweilen auch hochriskantes Angriffstischtennis spielt, ist so etwas wie das Kontrastprogramm. Nach ein paar Anlaufschwierigkeiten entpuppte sich Fedotov als die erhoffte Verstärkung. Seine 8:5-Bilanz scheint sogar noch ausbaufähig. „Fedotov ist im hinteren Paarkreuz eine Bombe“, hält Flemming große Stücke auf den 23-jährigen. der aus der Mannschaft kaum noch wegzudenken ist.

Klingt nach einem Selbstläufer, doch das entspricht nicht der DNA des TV Hilpoltstein. Für den „Drama-Modus“ ist heuer vor allem Hermann Mühlbach zuständig, der für so manchen Nervenkitzel sorgte. Fünf seiner sieben Matche gingen über die volle Distanz von fünf Sätzen. Immerhin. Seine Bilanz von 3:4 ist ganz ordentlich. Nicht mehr und nicht weniger.

Fehlt noch Hannes Hörmann: Der 18-jährige Jugend-Nationalspieler schwimmt mit drittem Plätzen bei Europa-bzw. Weltmeisterschaften und einer 14:2-Bilanz in der zweiten Garnitur auf einer Erfolgswelle. Am ersten Advent setzte der 18-jährige Röttenbacher mit seinem ersten Zweitligaerfolg in Bad Hamm noch einen drauf, womit er das Tor zur ersten Mannschaft aufgestoßen, hat. Es war die Krönung eines grandiosen Jahres. Auch, wenn er gegen Passau leer ausging und 1:4 als Bilanz hat. führt seine Leistungskurve deutlich nach oben. Darauf lässt sich aufbauen. 2022 könnte der ultimative Durchbruch gelingen. Nachholbedarf besteht in den Doppeln. Nach längerem Hin und Her haben sich mit Flemming/Hörmann und Perreira/Fedotov die geeigneten Paarungen herausgeschält, doch nur das Letztere hat mit 2:0 eine positive Bilanz.

Wie dem auch sei: Bei sieben Punkten Vorsprung vor der Abstiegszone kann Hilpoltstein dem weiteren Saisonverlauf gelassen entgegen sehen, ob die Runde nun abgebrochen wird oder nicht. Es ist eine überaus komfortable Situation, in der man ohne Druck spielen und sich in aller Ruhe Gedanken für die neue Saison machen kann - welch ein Luxus. Glückliches Hilpoltstein.

Ergebnisse: TTC Fortuna Passau - TV Hilpoltstein 3:6

 

Neuen Kommentar schreiben