Klarer 6:0 Erfolg gegen Sportunion Neckarsulm

HILPOLTSTEIN (wwl) – Nach der herben 1:6-Niederlage in Jülich hat der Tischtennis-Zweitligist TV Hilpoltstein die passende Antwort gegeben und mit einem blitzsauberen 6:0 gegen die NSU Neckarsulm den erhofften Pflichtsieg errungen. Nicht weniger, aber auch nicht mehr, denn selten wurde den Franken das Siegen so leicht gemacht. Für weitere Aufschlüsse über die sportliche Reise der Hilpoltsteiner war diese Partie jedoch nicht aussagekräftig genug.

Hermann Mühlbach macht mit seinem 5 Satz-Erfolg über Josef Braun den 6:0 Erfolg des TV Hip perfekt.

Bei allem Respekt: Ein ernsthafter Gradmesser waren die Schwaben nicht. Dabei war dieNeckarsulmer Sportunion im vergangenen Jahr drauf und dran, sich in der Liga zu etablieren. Dann entschied sich Florian Bluhm, eine der wenigen Abwehrspieler in höheren Sphären, zum Ligakonkurrenten TTC GW Bad Hamm zu wechseln. Ein herber Verlust für die Schwaben, zumal auch der Inder Sanil Shetty nicht zur Verfügung steht.

An der Spitze steht Trainersohn Julian Mohr, der in Hilpoltstein noch nie ein Spiel gewonnen hat.  Dahinter ist Liang Qiu, der einst zu den deutschen Hoffnungsträgern zählte, gelistet. Doch der begabte Deutsch-Chinese legt seinen Focus – ganz im Gegensatz zu seinem Bruder Dang – nicht mehr nur auf das Tischtennis, Der mittlerweile 26jährige bastelt in Straßburg an seinem  Abschluss zum „Master of Science“. Qiu wird also Betriebswirt. Sportlich ist er von seinen früheren Leistungen weit entfernt und hat ein wenig den Anschluss verloren. Seine aktuelle Bilanz von 1:12 kommt nicht von ungefähr.

Im hinteren Paarkreuz schlagen Josef Braun, der älteste Spieler der Liga, der seinen 52 Jahren so langsam Tribut zollen muss und der Russe Andrey Semenov auf, der an einem guten Tag zwar Spiele gewinnen kann, aber unter erheblichen Schwankungen leidet. Unter dem Strich dürfte die Mannschaft den Anforderungen der zweiten Liga nicht mehr genügen.

Dass die Schwaben dennoch drei Punkte auf ihrem Konto haben. ist auch kuriosen Umständen geschuldet. Denn zwei davon hat Neckarsulm nicht etwa am blauen, sondern am grünen Tisch geholt. Und das kam so: Erstmals in der Zweitliga-Historie hat der Verband einem Protest aufgrund mangelnder Ausleuchtung des Spielorts stattgegeben und die Partie beim 1. FC Köln unter Hinweis auf die Wettkampfordnung 3.2 und A7 mit 6:0 für Neckarsulm gewertet. 600 Lux sind vorgeschrieben. Köln verfügt über eine Ausnahme-genehmigung für 500 Lux. Doch auch dieser Wert wurde deutlich unterschritten. In der Spielerbox hatte es gerade einmal 300 Lux.

Derlei Ungemach droht dem TV Hilpoltstein nicht. Im Vorfeld der Saison hatte die Abteilungsleitung um Robert Nachtrab und Ulrich Eckert eigens eine Lichtmessung in der Hilpoltsteiner Gymnasium Halle veranlasst. Und siehe da: Sie entsprach nicht den Vorschriften.  „Das fehlende Licht ist auch der Grund, warum wir uns für die Rother Realschulturnhalle entschieden haben.“, verrät Nachtrab. Respekt für die Umsicht. Einem geordneten Spielablauf stand am Sonntag also nichts im Wege.

 In der gut ausgeleuchteten Halle  behielt Hilpoltstein den Durchblick. Im Focus standen vor allem die  Doppel, die sich in den vergangenen Wochen als Baustelle entpuppt hatten. „Da wollten wir etwas verändern und haben unter der Woche entschieden, etwas Neues auszuprobieren“, lässt Alexander Flemming durchblicken. Der Kapitän bildete mit Petr Fedotov eine Speed-orientiertes Paarung, während  Hermann Mühlbach und Andy Perreira eher Spin-orientiert unterwegs sind. Gewonnen haben beide, ohne jedoch wirklich zu überzeugen. Das Thema bleibt also auf der Tagesordnung. 

 Wie dem auch sei: Nach der 2:0-Führung ließen die Hilpoltsteiner auch in den Einzeln nichts mehr anbrennen und haben etwas für die Bilanzen und das Spielverhältnis getan. 7:7 Punkte hat der TV Hip nun auf seinem Konto. Damit lässt sich gut leben.

Ergebnisse: TV Hip - Sportunion Neckarsulm 6:0

 

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