Hilpoltstein, wie es singt und lacht?

Hilpoltstein (bb) – Die Aufgaben des TV Hilpoltstein in der 2. Tischtennis-Bundesliga werden nicht leichter. An diesem Samstag um 14 Uhr müssen Flemming und Co beim Tabellenzweiten 1. FSV Mainz 05 antreten – und das nach drei Niederlagen in den ersten drei Spielen des neuen Jahres.

Francisco Sanchi

Der letztjährige Meister Mainz – auf den Aufstieg in die TTBL hat man verzichtet – hat zwar mit dem Amerikaner Kanak Jha (1. Bundesliga) und Ives Bertrand (Französische Liga) zwei der besten Akteure der Liga abgeben müssen, dennoch spielt man auch in dieser Saison eine überragende Rolle. Erst eine Niederlage mussten die „Meenzer“ bisher hinnehmen, und die ausgerechnet in Hilpoltstein. Doch die deftige 1:6-Pleite in der Burgstadt hat die bravourös kämpfende, neu zusammengestellte Truppe meisterhaft überwunden. Seit dem 20. Oktober 2019 hat sie nicht mehr verloren und dabei sogar dem Top-Favoriten Bad Homburg eine empfindliche Heimniederlage beigebracht. Im neuen Jahr hat das jüngste Team der Liga (Durchschnittsalter 18,5 Jahre) in bisher vier Spielen lediglich gegen Hamm einen Punkt abgegeben.

Dabei verfügen die Mainzer noch nicht mal über einen herausragenden Spitzenspieler. Den 17-Jährigen Amerikaner Nikhil Kumar (1:1) haben sie bisher erst einmal eingesetzt, und der 19-jährige Schwede Simon Berglund (12:10 Siege) zählt im vorderen Paarkreuz nicht gerade zur absoluten Elite. Erfolgreichster Akteur im Team der Landeshauptstadt ist der 16-jährige Pole Maciej Kubik, mit 15:6 Siegen (vorne 6:2, hinten 9:4) die positive Überraschung der Liga. Der junge deutsche U-23-Nationalspieler Cedric Meissner (hinten 11:5) hat nicht enttäuscht, war aber ebenso wenig der Überflieger wie der luxemburger Materialkünstler Luka Mladenovic (7:5). Gar unter den Erwartungen blieb der vormalige Spitzenspieler Simon Berglund  (5:13), der, wenn überhaupt, nur noch im hinteren Paarkreuz eingesetzt wird.

Das Geheimnis der Mainzer ist ihre Ausgeglichenheit, ihre mannschaftliche Geschlossenheit und ihre Doppelstärke (16:10 Siege). Der spielerisch mindestens gleichwertige TV Hilpoltstein hingegen schafft es zu selten, dass seine Spieler gleichzeitig in Topform antreten: „Einer von uns schwächelt immer ein bisschen“, bringt es Alexander Flemming (11:9) auf den Punkt. Zuletzt gegen Saarbrücken war es der Kapitän selbst, dem trotz tollem Kampf gegen die Besten der Liga die Strapazen der Clickball-WM und die folgende verletzungs- und krankheitsbedingte Trainingspause anzumerken waren.

Während David Reitspies (12:11) nach zwei großen Siegen gegen die erweiterte Weltklasse seine kleine Krise anscheinend überwunden hat, ist Francisco Sanchi (10:6) offensichtlich in eine solche hineingerutscht. Gegen Saarbrücken war der Argentinier jedenfalls ziemlich von der Rolle, wohingegen sein Paarkreuz-Kollege Dennis Dickhardt (10:8) noch einmal Hoffnung aufkommen ließ. Besser werden müssen auf jeden Fall die Hilpoltsteiner Doppel (10:14), wenn es am Faschingssamstag in Mainz heißen soll: „Hilpoltstein, wie es singt und lacht“. Liveticker unter www.tvhiptt.de.

 

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