Heißer Tanz mit heißen Kölnern

Hilpoltstein (bb) – „Das wird ein heißer Tanz“: So lautet die Botschaft, die der Zweitligist TV Hilpoltstein vor seinem Heimspiel gegen den 1. FC Köln den vielen Tischtennis-Fans in der Region via Ankündigungsplakat zukommen lässt. In der Tat: Alles spricht dafür, dass es an diesem Sonntag ab 14 Uhr in der Hilpoltsteiner Stadthalle richtig heiß hergeht.

Nicht nur die Kölner Fußballer kämpfen verzweifelt gegen den Abstieg aus der 1. Bundesliga. Auch für die Tischtennisspieler geht’s ums Überleben. Erst acht Punkte haben die Rheinländer in dieser Saison geholt, die Hälfte davon in der Rückrunde, in der sie immerhin noch vier Mal gewinnen können. Zuletzt überraschten die Kölner mit einem 5:5 in Passau und vor allem mit ihrem 6:3-Heimsieg über Borussia Dortmund, das bislang stärkste Rückrunden-Team und zuletzt klarer Sieger in Hilpoltstein.

Für ihre Kampfkraft sind die Kölner Tischtennis-Asse bestens bekannt: Schon in der letzten Saison rollten sie das Feld von hinten auf. Auch jetzt sind sie wild entschlossen, die fehlenden drei Zähler bis zu einem Nicht-Abstiegsplatz aufzuholen. Kein unmögliches Unterfangen, zumal der Traditionsverein TTC Frickenhausen vor kurzem seinen Rückzug aus der 2. Tischtennis-Bundesliga angekündigt hat und so zumindest ein Relegationsplatz in greifbare Nähe gerückt ist.

Dazu ist allerdings ein Punktgewinn beim TV Hilpoltstein notwendig, der zum Saisonauftakt mit einem 6:3-Sieg in Köln den doch etwas überraschenden Abwärtstrend der Rheinländer einleitete. Die waren eigentlich mit großen Ambitionen angetreten, hatten sich mit dem auch international erfahrenen Alberto Mino (27) erheblich verstärkt. Der Ecuadorianer zählt zwar mit seiner Gesamtbilanz von 18:10-Siegen zu den Besten der Liga, in der Rückrunde (4:6) schwächelt aber auch der Spitzenmann ein bisschen – gegen Dortmund verlor er beide Spiele, und im Doppel ging er gar in allen seinen Rückrundenspielen leer aus. Da musste Gianluca Walter, Bruder des deutschen Nationalspielers, mit einer 7:0-Bilanz (gesamt 14:7) im hinteren Paarkreuz einspringen, um die Kölner noch „am Leben zu erhalten“.

Lennart Wehking (9:16-Siege), die Nr. 2 und Kapitän des Tabellenletzten, hat sowohl gegen Dortmund als auch mit seinem Abschneiden bei den deutschen Einzelmeisterschaften bewiesen, dass es mit ihm nach flauem Rückrundenstart wieder aufwärts geht. Seine Mitstreiter im hinteren Paarkreuz, Björn Helbing (4:13) und Robin Malessa (1:11), müssen sich jedoch, wenn sie denn überhaupt zum Einsatz kommen, anstrengen, um den angestrebten Punktgewinn zu realisieren. Dennis Dickhardt (15:9) und Nico Christ (10:10) wollen wie in der Vorrunde mit weißer Weste aus dem heißen Tanz hervorzugehen.

Hilpoltsteins Kapitän Alexander Flemming ist seiner Bilanz von 14:14-Siegen bester deutscher Spieler der gesamten Liga. Gegen Mino vergab er in der Vorrunde einen Matchball, seine Spiele gegen Wehking knistern regelmäßig vor Spannung. Enge, vor allem aber spektakuläre Spiele sind auch diesmal zu erwarten. Das gilt speziell auch für Petr David, der seine Bilanz von 10:17 durchaus auffrischen könnte. Makellos ist seine Bilanz an der Seite von Alexander Flemming im Doppel: mit 5:0 Siegen führt die neu formierte Paarung in der Rückrunde die Bestenliste an.

Die Verantwortlichen des TV rechnen mit einem vollen Haus. Wer den Weg in die Stadthalle nicht schafft, kann Liveticker das Match verfolgen.

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