Hannes Hörmann holt entscheidenden Punkt bei 6:4 Erfolg in Bad Hamm

Bad Hamm (wwl) – Die Tischtennis-Spieler des TV Hilpoltstein hatten am Adventssonntag allen Grund zur Freude. Der Zweitligist sorgte beim TTC GW Bad Hamm mit einem 6:4-Coup für einen wahren Paukenschlag und steht mit 9:7 Punkten ausgesprochen gut da. Besonders reich war der Gabentisch für Hannes Hörmann gedeckt, der nach seinem großartigen Zweitliga-Premierensieg aus dem Jubeln gar nicht mehr herauskam.

 

Es war ein Meilenstein in der Karriere des 18-jährigen Röttenbachers, der mit einem  Fünf-Satz-Erfolg im ultimativen Showdown den Schlusspunkt setzte. Welch eine Dramaturgie. Zuvor hatten sich beide Mannschaften einen Kampf auf des Messers Schneide geliefert. Ständig wechselte neben der  Führung auch die Hoffnung, Kein Zweifel: Mit dieser Partie ist die Hilpoltsteiner Tischtennis-Historie um einen weiteren Klassiker reicher. Und das quasi auf heiligem Boden.

Wirtschaftlich gilt die kreisfreie Stadt Hamm als Mittelzentrum. In punkto Tischtennis aber ist die 180000-Seelen-Ansiedlung am Nordostrand des Ruhrgebietes  eine Macht. Vor allem der Ortsteil Uentrop, der Kurbereich des Ortes, auf dem bis 1955 Solequellen sprudelten. Die Frauen des TuS Uentrop stehen vor dem Aufstieg in das Oberhaus und auch die Herren des TTC GW Bad Hamm von 1957 e. V spielen seit Jahr und Tag eine herausragende Rolle in der schnellsten Ballsportart der Welt.

In den 80ern gehörten die Grün-Weißen dem TT-Oberhaus an. Mehrere Auf- und Abstiege bzw. Rückzüge in tiefe Regionen später, kämpfen die Grünweißen seit 2017 in der zweiten Liga um Plätze und Punkte.

Und das durchaus mit Ambitionen. Kein Jahr ist es her, da rockte Bad Hamm die Liga und war mit 8:0 Punkten auf dem besten Weg in die Bundesliga, ehe die Saison abgebrochen wurde. Der TTC blieb dem Unterhaus erhalten, musste aber seinen  weißrussischen Spitzenspieler Pavel Platonov ziehen lassen. Für Platonov wurde Florian Bluhm von der NSU Neckarsulm verpflichtet. Doch der blieb hinter den Erwartungen zurück. Auf jeden Fall findet sich Bad Hamm, das vor Saisonbeginn als Titelanwärter gehandelt worden war, auf einem Mittelfeldplatz wieder.

So war alles angerichtet für ein spannendes Spiel auf Augenhöhe. Und die Partie begann verheißungsvoll: Hilpoltstein hatte die Doppel nach zuletzt eher dürftigen Leistungen abermals umgestellt. Alexander Flemming tat sich mit Hannes Hörmann zusammen. Keine schlechte Wahl, denn trotz der 2:3-Niederlage  boten sie durchaus ansprechende Leistungen. Voll überzeugen konnten Andy Perreira und Petr Fedotov. Das klare 3:0 verblüffte selbst Abteilungsleiter Uli Eckert.

Doch es sollte noch besser kommen: Dass Alexander Flemming den ehemaligen Juniorennationalspieler Gerrit Engemann bezwang, war einkalkuliert, doch dass Andy Parreira am Nebentisch Florian Bluhm förmlich demontierte, kam dann schon überraschend. Bluhm gehört als Abwehrspieler einer aussterbenden Spezies an, der als  Prototyp eines modernen Defensivkünstlers gerne  gefährliche Zwischenschläge vorzugsweise auf der Vorhandseite einstreut, um den Rhythmus des Gegners zu stören. Doch Andy Perreira beeindruckte das wenig. Der Kolumbianer bot eine vorzügliche Leistung.

Deutlich schwerer tat sich später Alexander Flemming, dessen schnelles gerades Spiel gegen Schnittabwehr nicht prädestiniert ist. Der Hilpoltsteiner Kapitän sah nach einer 2:0-Satzführung wie der sichere Sieger aus, doch Bluhm kam zurück, egalisierten im fünften Satz ein 0:4 und rang Flemming nieder. Da nebenan auch Perreira unterlag, musste Hilpoltstein den 4:4 Ausglich hinnehmen. Und plötzlich lag sogar eine Niederlage in der Luft.

Doch da war noch das hintere Paarkreuz. Petr Fedotov brachte mit seinem zweiten Einzelsieg den TVH zurück, doch der eigentliche Höhepunkt sollte erst noch kommen, als Hannes Hörmann im Endspiel auf Pekka Pelz traf. Und der 18-jährige triumphiert in einer denkwürdigen Partie, nach einem 1:2-Satzrückstand mit 3:2. Einfach großartig.

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