Finale Furioso: 1. FC Köln in Hilpoltstein

Hilpoltstein (bb) – „Zum Schluss noch ein Kracher“! Kapitän Alexander Flemming wirbt mit deftigen Worten für das letzte Vorrundenspiel des TV Hilpoltstein in der 2. Tischtennis-Bundesliga an diesem Sonntag um 14 Uhr in der Stadthalle. Der Gegner hat einen guten Namen und steht in der Tabelle deutlich besser da als seine noch berühmteren Fußballer in der 1. Liga: Der 1. FC Köln könnte sogar für einen Hilpoltsteiner Rekordbesuch in der Vorrunde sorgen.

Alex Flemming

Mit großen Ambitionen war der souveräne Aufsteiger aus der 3. Bundesliga Nord in die neue Zweitliga-Saison gestartet – und das mit gutem Grund, denn sie konnten den mit Abstand prominentesten Neuzugang der Liga verpflichten. Der ehemalige französische Weltstar Damien Eloi, 50, war überraschend vom GW Bad Hamm in die Domstadt gewechselt und hatte die Kölner damit zu einem der Mitfavoriten gekürt. Doch einige unerklärliche Schwächen der gesamten Mannschaft – Insider sprachen gar von einem Fehlstart – trieben den treuen Fans der Kölner den Angstschweiß auf die Stirn: Sollte es ihnen wie vor zwei Saisons gehen, als man zur Überraschung vieler trotz Verstärkung abgestiegen ist?

Mittlerweile hat sich der 1. FC Köln gefangen, aus den letzten drei Spielen fünf Punkte geholt und das Abstiegsgespenst zumindest vorerst verscheucht. Der 7. Tabellenplatz (7:9 Punkte) mit drei Punkten Vorsprung auf den Tabellenvorletzten Saarbrücken ist das Ergebnis eines erheblichen Formanstiegs. Auch mit „Altstar“ Damien Eloi (8:8 Siege) geht es nach einigen überraschenden Niederlagen zu Saisonbeginn aufwärts, was nicht zuletzt seine klaren Siege gegen die Saarbrücker „Jungstars“ Tomas Polansky und Cristian Pletea gezeigt haben. Und da auch Paarkreuz-Kollege Gianluca Walther (6:8) seine Form gefunden hat, dürften es mit den in Topform auftretenden Hilpoltsteiner Frontmännern David Reitspies (8:7) und Alexander Flemming (7:6) zu packenden Duellen kommen, die das Zeug haben, die Zuschauer von den Sitzen zu reißen.

Oder sind doch die Doppel und das hintere Paarkreuz entscheidend? In den Doppeln sind  beide Teams nah beieinander (8:8 Köln, 7:9 Hilpoltstein), die Frage ist, ob das Kölner Spitzendoppel Eloi/Wehking (5:2) zu bezwingen ist und mit wem Gianluca Walther antritt: Robin Malessa (3:1) oder Björn Helbing (1:7). Einer von beiden muss neben dem erfahrenen Fährensmann Lennart Wehking (9:3) ins hintere Paarkreuz, in dem für den TV Hilpoltstein Dennis Dickhardt (7:6) und voraussichtlich erneut das Nachwuchstalent Hannes Hörmann an die Tische gehen werden. Hörmann hat, wenn er ohne Druck aufspielt, durchaus Chancen gegen einen der beiden Kölner. Pilot Dickhardt konnte in dieser Woche gut trainieren und ist zuversichtlich: „Wir holen hinten und im Doppel die zum Sieg notwendigen Punkte“.

Dieser Optimismus kommt nicht von ungefähr: Der TV Hilpoltstein ist seit sechs Spielen ungeschlagen und das einzige Team der Liga, in dem alle vier Stammspieler eine positive Einzelbilanz vorweisen können. Francisco Sanchi, bester Spieler im hinteren Paarkreuz (8:2), fehlt zwar in zwei Spielen, doch auch ohne ihn scheint der TV Hilpoltstein eine neue Macht in der 2. Tischtennis-Bundesliga zu sein. Die treuen Tischtennis-Fans der Region werden es ihm danken.

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