Die vielen Helfer des TV Hilpoltstein

Hilpoltstein (wwl) – Der Schlussapplaus für die Tischtennis-Stars ist noch nicht verklungen, da beginnen die rund 15-20 fleißigen Helfer schon mit den Aufräumarbeiten. Höchste Zeit, einen Blick hinter die Kulissen eines Zweitliga-Spiels zu werfen. Die NÜRBERGER ZEITUNG stellt exemplarisch zwei gute Seelen des TV Hilpoltstein vor, die zwar nicht im Rampenlicht stehen, aber seit Jahr und Tag großartige Arbeit verrichten. Und ohne die eine Sportveranstaltung in dieser Größenordnung gar nicht zu stemmen ist.

Beginnen möchte ich mit einem Geständnis: Mein erster Blick beim Betreten der Stadthalle sonntags um 14 Uhr gilt nämlich stets der Esstheke im Allgemeinen und dem Kuchensortiment im Besonderen. Einfach köstlich. Ob Apfel- Hawaii- oder Himmelstorte - die Auswahl unter den acht bis zwölf Sorten fällt jedes Mal schwer: Genuss pur, aber auch Nahrung für die Nerven, die an diesem Ort nahezu immer strapaziert werden. Ein Spiel in Hilpoltstein ohne Kuchen? Undenkbar!

Allen „Tortenflüsterinnen“ des Vereins an dieser Stelle ein Riesenkompliment: Ihr seid spitze und braucht Euch hinter Flemming&Co nicht zu verstecken.  Kein Wunder, dass sich die Qualität Eurer Backwerke längst herumgesprochen hat. „Manche kommen nur, um sich ein Stück Kuchen mitzunehmen und gehen dann wieder, ohne sich das Spiel anzuschauen“, verrät Heike Kerner.

Die 53-jjährige kam 1981 ebenso wie ihr Bruder Rainer Schreiter zum Tischtennis. Nicht lange und die Rundenleiterin und Schatzmeisterin gehörte selbst zu den Leistungsträgerinnen des Vereins.
Ihr Heimspiel-Arbeitstag beginnt um 8.30 Uhr mit Kuchen backen und Kaffee kochen. Schließlich soll alles frisch sein, wenn sie gegen 12.30 Uhr in der Stadthalle eintrifft. Zusammen mit Mannschafts-kollegin und Organisationstalent Irmgard Griebsch und anderen „Tortenbäckerinnen“ richtet sie dort besagte Theke her. Der letzte Schliff vor Spielbeginn. Ab kurz vor zwei bis etwa 16 Uhr steht sie an der Kasse nebenan, die Theke immer fest im Blick. Um einzuspringen, sobald Not an der Frau ist. Der Arbeitstag endet nicht vor 18 Uhr nach dem gemeinsamen Aufräumen. Und warum tut sie sich das an? „Da bin ich so reingewachsen“, gesteht Kerner.

Das gilt auch für Sepp Gruber.  Der 72-jähre ist ein Spätberufener. Nach 40 Jahren bei der Feuerwehr suchte sich der Rentner eine neue Aufgabe, Er packte mit an und wurde vor etwa sechs Jahren sozusagen Dienstverpflichtet. „Da konnte ich nicht nein sagen. Es macht mir halt Spaß.“

Zusammen mit dem gleichfalls unermüdlichen Detlef Wedehase und den Mitgliedern der dritten bis achten Tischtennis-Mannschaft, die ihm im Wechsel nach einem vor Saisonbeginn fest gelegten Arbeitsplan helfen, kümmert er sich um den Aufbau von Tischen, Stühlen, Plakaten, Umrandungen und den schweren Bühnenteilen. Während des Spiels, dreht er unermüdlich seine Runden, sammelt leere Teller, Tassen oder Flaschen ein, die er unter der Woche in Pyras geholt hatte. Darüber hinaus ist er für Heizung, Lüftung und Strom verantwortlich. Doch gelegentlich gönnt er sich einen Blick auf das Match, am liebsten von seinem Barhocker mit der frrrängischen Aufschrift „dächnischer Leider“. Das gute Stück findet sich in der Nähe von Dieter Finke, der für die musikalische Unterhaltung sorgt.

Nach dem Spiels räumt Gruber noch eine gute Stunde auf, dann so gegen 19 Uhr macht er das Licht aus und schließt die Halle zu. Das Ende eines normalen Helfertages. Und was macht er, wenn die Erste auswärts antritt? Kein Problem, dann steuert er halt den Mannschaftsbus. Nach Dortmund, Saarbrücken oder Celle. Doch das ist eine andere Geschichte.

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