Deutsche Meisterschaften: Flemming mit Medaillen-Chancen

Hilpoltstein (bb) – Die wichtigste nationale Tischtennis-Veranstaltung findet an diesem Wochenende in Wetzlar statt: die deutschen Einzelmeisterschaften. Je 48 Damen und Herren messen ab dem heutigen Freitag in der beschaulichen Fachwerkstadt an der Lahn ihre Kräfte – darunter zum letzten Mal auch Rekordmeister Timo Boll, der sich mit seinen 37 Jahren und einem geschundenen Körper nur noch auf den internationalen Turniersport konzentrieren will.

Alex Flemming

Die Hilpoltsteiner Farben vertritt natürlich wieder Alexander Flemming. Der 31-jährige Leipziger – mit seiner elfjährigen Zugehörigkeit zum TV Hilpoltstein längst in Mittelfranken eingebürgert – geht bereits zum 16. Mal bei den deutschen Meisterschaften an den Start. Damit dürfte er sogar in diesem Jahr Rekordhalter und Nachfolger seines ehemaligen Vereinskameraden Nico Christ (jetzt SB Versbach) sein, der diesmal nicht dabei ist.

Dreimal schon stand der Hilpoltsteiner Kapitän auf dem Siegertreppchen, zweimal sogar ganz oben: Im Doppel (mit Jörg Schlichter) gewann er 2009 und 2013 den Titel, sein zusätzlicher 3. Platz im Herren-Einzel 2013 in Bamberg (Niederlage erst im Halbfinale gegen Timo Boll) machte ihn damals sogar zum erfolgreichsten Spieler dieser Titelkämpfe.

Die Aussichten auf eine weitere Medaille sind für Flemming diesmal auch nicht so schlecht. Im Herren-Doppel geht er zum ersten Mal mit dem Dortmunder Erik Bottroff an den Start. „Botti“, der über zwei Meter große Riese mit dem genialen Händchen, befindet sich anscheinend in der Form seines Lebens. In der 2. Tischtennis-Bundesliga liegt er mit 19:6-Siegen auf dem zweiten Platz der Bestenliste und ist darüber hinaus ein fast ebenso guter Doppelspieler wie Alexander Flemming – mit seinem Dortmunder Doppelpartner Evgeni Fadeev führt er sogar die Doppelrangliste an. In der Setzliste ist das Hilpoltsteiner-Dortmunder Duo an Nr. 4 gesetzt – direkt hinter drei Nationalmannschafts-Paarungen. Timo Boll spielt kein Doppel, Dimitrij Ovtcharov hat die Titelkämpfe ganz abgesagt.

Auch im Mixed, das nach vielen Jahren wieder ausgetragen wird, weil es 2020 ins Programm der Olympischen Spiele aufgenommen wurde, hat Hilpoltsteins Nr. 1 ein gutes Los gezogen. Als Kristin Lang, ehemals Silbereisen, bei ihm angefragt hat, war der Doppelspezialist natürlich hocherfreut: „Was Besseres konnte mir gar nicht passieren“. Die rein bayerische Paarung – Nationalmannschafts-Akteurin Lang spielt für den deutschen Mannschaftsmeister DJK Kolbermoor – hat zwar starke Konkurrenz, könnte aber für eine Überraschung gut sein.

Im Einzel wäre eine Medaille für Flemming hingegen eine echte Sensation. Er greift zwar erst am Samstag in der K.o-Runde ein, doch dann wartet eine Armada von Weltklasse-Akteuren auf den Hilpoltsteiner Spitzenmann, der als einziger die Hilpoltsteiner Farben vertritt, weil sich Dennis Dickhardt aufgrund beruflicher Verpflichtungen nicht über die bayerischen Meisterschaften qualifizieren konnte.

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