Der Herbstmeister kommt

Hilpoltstein (bb) – Gleich noch mal ein Spitzenspiel! Wenn die Hilpoltsteiner Tischtennis-Cracks an diesem Sonntag um 14 Uhr in der Stadthalle den Herbstmeister der 2. Bundesliga empfangen, kreuzen sie mit einigen Spielern der erweiterten Weltklasse die Schläger. Das kann spannend werden – oder auch nicht.

David Reitspies

6:0 hat der TTC OE Bad Homburg, der Gast am Sonntag, das Vorrundenspiel gewonnen, für den TV Hilpoltstein ein heftiger Fehlstart. Doch das sagt nicht viel aus: In Obererlenbach (OE), dem Vorort der wohlhabenden Taunusstadt Bad Homburg, haben die Mittelfranken noch nie besonders gut ausgesehen. Das Gegenteil war meist in Hilpoltstein der Fall. Außer in der letzten Saison verließen Flemming und Co die tobende Stadthalle immer als strahlende Sieger.

Besonders an den 2. April 2017 wird sich der Hilpoltsteiner Kapitän gerne erinnern. Beim damaligen 6:4 besiegte Flemming nicht nur die beiden Weltklassespieler Nandor Ecseki und Tomislav Pucar – Letzterer mischt seit einigen Jahren die 1. Bundesliga auf - sondern gewann auch mit Florian Seitz, dem eigentlich im Ruhestand weilenden Ersatzmann aus früheren Zeiten, unter dem Jubel der begeisterten Zuschauer das vorentscheidende Doppel.

Heute sehen die Zeiten anders aus. Aus dem TTC Obererlenbach ist OE Bad Homburg geworden, die Hessen haben keine zwei Leute der erweiterten Weltklasse mehr, sondern gleich fünf. Die Ambitionen auf die 1. Bundesliga sind gleich geblieben, der Etat deutlich höher als früher. Vor der Saison war man haushoher Favorit auf die Meisterschaft, doch überraschende Punktverluste zeichneten einige Sorgenfalten auf die Stirn der Verantwortlichen, die auch nicht mehr die alten sind. Wechsel sind in Bad Homburg mittlerweile an der Tagesordnung, Kontinuität hat Seltenheitswert, die Zuschauerzahlen waren auch schon mal deutlich besser.

Die Mannschaft jedoch war noch nie so gut. Der Inder Harmet Desai (26 Jahre alt, 8:2-Siege) ist der zweitbeste Spieler der Liga. Ähnlich gut sind die Jungstars: der Rumäne Rares Sipos (18, 10:6), der Russe Lev Katsman (18, 12:2 im vorderen und hinteren Paarkreuz), der Pole Samuel Kulczycki (17, 6:5) oder der deutsche U-21-Nationalspieler Nils Hohmeier (21, 1:1), der allerdings schon länger verletzt ist, gehören zum besten Nachwuchs in Europa. Kapitän Dominik Scheja (22, 1:3), die Nr. 6 im Team, ist nach wie vor ein ausgezeichneter Doppelspieler. Wenn sie alle zusammen einen guten Tag erwischen, sind die Obererlenbacher unschlagbar.

Die Hilpoltsteiner setzen auf ihren Heimvorteil. Der hat zwar im letzten Spitzenspiel gegen Passau einen dicken Kratzer erlitten, doch David Reistpies (10:9), Alexander Flemming (10:6), Francisci Sanchi (9:3) und Dennis Dickhardt versprechen ihren Fans einen ähnlich großen Kampf wie zuletzt im bayerischen Derby. Wichtigste Aufgabe wird es sein, zu Beginn nicht  beide Doppel zu verlieren. Dann ist alles drin – sogar ein Sieg gegen den großen Favoriten.

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