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Neujahrsknaller in Köln

Eine Woche vor dem geschichtsträchtigen Liebherr-Pokalfinale, dem Final Four in Neu-Ulm, gibt es für Hilpoltsteins Tischtennis-Asse bereits einen „Neujahrs-Knaller“: Das wichtige Auswärtsspiel beim 1. FC Köln (Sonntag, 14 Uhr, Apostel-Gymnasium, Biggestraße 2) könnte eine Vorentscheidung in der Abstiegsfrage bringen. Allerdings nur, wenn Flemming und Co dieses „kleine Schicksalsspiel“ in der 2. Bundesliga gewinnen.

(bb) – Nur drei Punkte Vorsprung haben die Mitelfranken auf den zumindest im Fußball ruhmreichen Aufsteiger Köln, der als einzige Mannschaft der Liga ohne ausländische Unterstützung antritt, derzeit aber schauen muss, dass er dem Abstiegsrang Neun entkommt. Das kann nur mit einem Sieg gegen den Tabellensiebten TV Hilpoltstein gelingen, die Tabellennachbarn Frickenhausen (8.) und Grenzau II (10.) lauern auf weitere Ausrutscher der „Kölsche Jungs“, die bis in den November hinein viel Pech hatten. Knappe Niederlagen gegen die Favoriten und ein sensationeller Heimsieg gegen Fortuna Passau zeigen, dass die Kölner besser sind, als es ihr Tabellenplatz besagt.

Auch die klare Vorrunden-Niederlage in Hilpoltstein täuscht etwas: 6:2 hieß es da zwar für die Mittelfranken zu Saisonbeginn, doch sage und schreibe zehn Sätze gingen für Hilpoltstein mit dem knappsten aller möglichen Ergebnisse aus. Unvergessen dabei der 18:16-Zittersieg von Alexander Flemming, nachdem er gegen den Linkshänder Lennart Wehking in einem unglaublich hochklassigen Match im fünften Satz schon 1:7 zurückgelegen war, doch das gesamte Spiel in unnachahmlicher Manier noch umgedreht hatte.

Eine ähnliche Nervenstärke benötigen die Gäste jetzt am Sonntag, zumal sich die Kölner mit einem dreitägigen Trainingslager in der Schweiz bestens auf die Rückrunde vorbereitet haben und ihre Mannschaft gegenüber der Vorrunde umstellen mussten: Hinter dem etwas unglücklichen „Anführer“ Lennart Wehking (2.308 Q-TTR-Punkte), der bisher nicht an seine tollen Leistungen aus den Vorjahren anknüpfen konnte, agiert nun die bisherige Nr. 4 Björn Helbing (2.292) im vorderen Paarkreuz. Der aus Dortmund gekommene Helbing – er kam in Hilpoltstein überraschenderweise überhaupt nicht zum Einsatz – wird im Verein mit Wehking verhindern wollen, dass die Hilpoltsteiner Alexander Flemming (2.367) und Petr David (2.375) wieder alles abräumen und vier Punkte einfahren.

Robin Malessa, der bisherige Zweier (2.262), geht jetzt als starke Nr. 3 im hinteren Paarkreuz an die Tische, Gianluca Walther (2.246), der in der Vorrunde gegen Dennis Dickhardt (2.260) noch gewonnen hatte, bekommt es diesmal zuerst mit Nico Christ (2.306) zu tun, der von allen Hilpoltsteinern punktemäßig den größten Sprung nach vorne gemacht hat (plus 41!).

Vorentscheidend könnten mal wieder die Doppel sein – die Konkurrenz, in der der TV Hilpoltstein als einer der besten Vereine der letzten Saison diesmal doch ein bisschen enttäuscht hat. Gegen Köln gelang dem Duo Flemming/Christ (4:5-Siege) mit dreimal 12:10 ein etwas glücklicher Sieg gegen Walther/Brosig, doch David/Dickhardt (3:6) konnten das starke Doppel Wehking/Malessa nicht bezwingen.

Ein Sieg in Köln würde dem TV Hilpoltstein jedenfalls gut tun und reichlich Rückenwind fürs Final Four bringen. Doch daran denkt an diesem Sonntag noch niemand – der Millionenstadt Köln gilt jetzt das Augenmerk, nicht dem vergleichsweise beschaulichen Neu-Ulm. Liveticker unter www.tvhiptt.de, wo man auch noch Karten fürs Pokalfinale bestellen kann.