Hilpoltstein (bb) – Wenn es am Ende der Vorrunde die dumme Niederlage in Mainz nicht gegeben hätte: Das Jahr 2013 wäre zum erfolgreichsten in der Geschichte des TV Hilpoltstein geworden. Doch so müssen die Bundesligacracks aus der Burgstadt noch gehörig zittern, bis sie ihr Ziel erreicht haben: den Aufstieg in die eingleisige 2. Bundesliga.
Zumindest die Entscheidung darüber wollen Bindhammer und Co aus eigener Kraft treffen. Doch dazu ist am Ende der Saison im April 2014 der fünfte Tabellenplatz in der 2. Bundesliga Süd nötig. Und nur wenn ein qualifizierter Verein auf den Aufstieg verzichtet, könnte auch der sechste oder gar der siebte Rang reichen. Meldeschluss für die eingleisige 2. Liga ist jedoch schon am 15. März 2014 – man weiß also lange nicht, wohin die Reise geht.
Derzeit überwintern die Mittelfranken mit acht Pluspunkten auf dem siebten Tabellenplatz – allerdings in Tuchfühlung zu den Aufstiegsplätzen. Der Tabellenfünfte Fürstenfeldbruck hat nur zwei Zähler mehr auf dem Konto, der Sechste, der ASV Grünwettersbach, ist gar nur ein Punkt entfernt. Schon dort haben die Hilpoltsteiner nach ihrer 5:1-Führung und der Vergabe von vier Matchbällen einen Punkt liegen lassen. Das 4:6 in Mainz nach der Vergabe von acht Matchbällen zeigt, wie eng es in der Liga zugeht: Ein Quäntchen Glück – oder bessere Nerven oder ein gesunder Alexander Flemming – und die Welt sieht völlig anders aus.
Die Einzelbilanzen der TV-Cracks können sich durchaus sehen lassen. Spitzenspieler Alexander Flemming – erneut zur Wahl als „Sportler des Jahres“ nominiert – nimmt mit seinen 9:9 Siegen trotz gesundheitlicher Probleme am Ende der Vorrunde wieder den Platz des besten deutschen Spielers inmitten der internationalen Klasse ein. Nico Christ (5:10) schlägt sich nach ziemlich schlechtem Start ordentlich und hat dennoch „Luft nach oben“. Ähnlich erging es dem immer besser werdenden Arne Hölter (8:4) im hinteren Paarkreuz, während sich Dennis Dickhardt (6:5) mit seinen beiden unerklärlichen Niederlagen in Mainz eine bessere Bilanz vermasselte. Vielleicht leidet der Pilot unter seinen beruflich bedingten schwer planbaren Einsätzen und Trainingsmöglichkeiten. Auch Felix Bindhammer (0:3) könnte mit mehr Selbstvertrauen durchaus wieder zum gewohnt zuverlässigen Punktegaranten werden.
Teamchef Bernd Beringer lässt sich trotz des „schwer verdaulichen Rückschlags in Mainz“ den Optimismus nicht nehmen. „Wir spielen in der Rückrunde traditionell besser, und auch die durch das neue Vierer-System so wichtig gewordenen Doppel (bisher 8:10 Siege) werden sich stabilisieren“, orakelt der erfahrene Manager des TV Hilpoltstein. Ob diese Vorhersage Realität wird, zeigt sich gleich beim ersten Rückrunden-Spieltag am Samstag, 11. Januar, wenn die Mittelfranken zum bayerischen Derby in Passau antreten müssen. Der Tabellenvierte (12:6 Punkte) sinnt auf Revanche für die heftige 1:6-Niederlage in Hilpoltstein – es könnte sich also eine „spannende Schlacht um den Platz an der Sonne“ entwickeln (detaillierter Vorbericht folgt).

