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Mit breiter Brust ins letzte Saisonspiel

Hilpoltstein (bb) – Der TV Hilpoltstein ist im Herrenbereich der erfolgreichste Tischtennisvereins Bayerns. Er hat die seit mehr als einem Jahrzehnt führenden Teams aus Würzburg, Tegernheim oder Gräfelfing deutlich hinter sich gelassen. Der in der 2. Bundesliga ebenbürtige TTC Fortuna Passau schafft es nur mit sechs ausländischen Spielern, mit den Burgherren auf Augenhöhe zu agieren. Am morgigen Samstag bestreiten die Mittelfranken bei der Reserve des Erstliga-Spitzenreiters 1.FC Saarbrücken ihr letztes Saisonspiel.


Als einziger Bundesligist tritt der Traditionsverein aus dem Landkreis Roth mit einer komplett deutschen Mannschaft an. Im siebten Jahr ihrer Bundesliga-Zugehörigkeit haben es Bindhammer und Co endlich geschafft, sich ohne Unterstützung ausländischer Stars im Mittelfeld der 2. Bundesliga Süd zu etablieren. Diesen Weg wollen die Hilpoltsteiner fortführen. In der kommenden Saison ersetzen die beiden 19-jährigen ehemaligen Jugend-Nationalspieler Christoph Schmidl (FC Tegernheim) und Arne Hölter (TuS Celle) die aus beruflichen Gründen ausscheidenden Benny Rösner und Alexander Möst. Mit den beiden „jungen Wilden“ will man sich nach Jahren der Abstiegsangst weiter nach oben orientieren.


Was die Hilpoltsteiner ebenfalls von anderen Vereinen unterscheidet, ist die Jugendarbeit. In der Bayernliga Nord werden die Jugendlichen Asse des Vereins ohne Punktverlust Meister und spekulieren sogar auf einen guten Platz bei den deutschen Mannschaftsmeisterschaften. Der gerade der Jugend entwachsene, aus Neumarkt stammende Manuel Hoffmann, 19, – er steckt mitten im Abitur – bleibt erster Ersatzmann des Bundesliga-Teams und wird womöglich ein Jahr Bundesfreiwilligendienst im Tischtennissport ableisten. Dahinter scharren jedoch weitere Großtalente wie der 14-jährige Marcel Kutzner schon mit den Hufen.


Am Samstag in Saarbrücken setzt Teamchef Bernd Beringer zum zweiten Mal seit dessen Wechsel nach Hilpoltstein im Jahr 2010 den 15-jährigen Ferenc Toth ein. Der trainingsfleißige Spross aus einer engagierten Nürnberger Tischtennisfamilie wird voraussichtlich im Herbst ins bayerische Tischtennis-Internat nach Kolbermoor wechseln, wo er sich schulisch und sportlich so weiterentwickeln will, dass auch er in Hilpoltstein öfter Bundesligaluft schnuppern kann.


Neben Youngster Toth werden die etablierten Cracks des Turnvereins– sie haben bei den diesjährigen bayerischen Meisterschaften gleich sieben Medaillen abgeräumt – versuchen, die Saison mit einem Sieg abzuschließen. Was gar nicht so einfach wird, denn die aus drei Belgiern, zwei Deutschen und einem Serben bestehende jüngste Mannschaft der 2. Bundesliga hat mehr internationale Erfahrung als die Mittelfranken, die in dem 25-jährigen Ex-Saarbrücker Dennis Dickhardt ihren besten Punktesammler haben.


In der Vorrunde musste sich der Tabellensechste, der diese Saison erneut mit dem höchsten Zuschauerschnitt aller Zweitligisten abschließen wird, nach einer 6:2-Führung mit einem Unentschieden gegen den Tabellennachbarn begnügen. Das will man jetzt ändern: Mit 11:5-Rückrunden-Punkten und breiter Brust fährt man ziemlich locker in die saarländische Landeshauptstadt. Es geht um nichts mehr, dennoch wäre alles andere als ein Sieg für Teamchef Beringer eine Enttäuschung.