(bb) – Es ist das letzte Heimspiel des Jahres 2012 – und ein besonders wichtiges. Denn wenn die Tischtenniscracks des TV Hilpoltstein am kommenden Sonntag ihr Match gegen den starken Aufsteiger FSV Mainz 05 gewinnen, haben sie noch Chancen, ihre Saisonziele schon nach der Vorrunde zu erreichen: ein positives Punktverhältnis und den ersten Platz in der Zuschauertabelle.
„König der Herzen“ steht auf dem neuen Fan-Schal, den es am Sonntag in der Hilpoltsteiner Stadthalle zu erwerben gibt. Zum ersten Mal in der nun achtjährigen Bundesliga-Geschichte können die Treuesten unter den zahlreichen Freunden des fränkischen Spitzenvereins auch nach außen zeigen, dass außer dem Club und der SpVgg Fürth noch andere Vereine aus der Region guten Sport zu bieten haben und dass es außer Fußball noch andere Sportarten mit tollem Erlebnis-Charakter gibt. „Ein Besuch lohnt sich“, wirbt selbst Landrat Herbert Eckstein, ein eingefleischter Club-Fan, für den Besuch des letzten Bundesligaspiels dieses Jahres in Hilpoltstein.
Um 13:45 Uhr geht’s mit der Begrüßung los, der Gegner ist attraktiv und nicht nur den Fußball-Fans bekannt: Der 1.FSV Mainz 05, Aufsteiger aus der Regionalliga Südwest, hat gute Aussichten, die zweithöchste deutsche Tischtennisklasse zu halten. Vier Punkte haben die Tischtennisspieler aus dem Fußball-Club bereits auf der Habenseite, am Schluss wollen sie mindestens den TTC Grenzau und auch den 1.FC Saarbrücken hinter sich lassen. Beide Rivalen haben sie schon besiegt und liegen damit nur zwei Plätze hinter dem TV Hilpoltstein, der am letzten Spieltag in Saarbrücken aber noch punkten kann. Das kann Mainz aber auch noch – am Samstag in Passau, weshalb man bereits am Freitagabend in Hilpoltstein Quartier nimmt und von hier aus nach Niederbayern fährt.
Sympathie erweckt es allemal, dass die altersmäßig sehr gemischte Truppe das Abenteuer Bundesliga auf sich nimmt. Besonders die Lokalmatadore Benjamin Bator (derzeit 5:5-Siege in der Mitte) und der erst 19-jährige Jonas Christmann (3:4 im hinteren Paarkreuz) bilden zusammen mit dem schon 40-jährigen Deutsch-Chinesen Li Bing (Motto: „Ein Leben lang Mainz 05“) den Kern der Mannschaft. „Mr. Zuverlässig“ Li hat sich allerdings noch nicht an die Stärke der Liga gewöhnt: Erst zwei Siege im hinteren Paarkreuz bei sieben Niederlagen – diese Bilanz ist ausbaufähig.
Der ehemalige ukrainische Nationalspieler Stanislav Horskov, 36, hält sich im vorderen Paarkreuz (4:9) ebenso wacker wie der junge Neuzugang aus Chile, Jaime-Felipe Olivares (4:8), der öfter mit Alexander Flemming in Eilenburg trainiert. Das tut auch der spektakulär spielende Abwehrkünstler Tomas Mikutis, der mit 7:5-Siegen die beste Mainzer Bilanz vorweisen und die Hilpoltsteiner Mitte mit Arne Hölter (3:10) und Dennis Dickhardt (5:6) vor ernste Probleme stellen kann.
Vor allem von Neuzugang Hölter erhoffen sich die Mittelfranken jedoch, dass nach seinen zwei Siegen in Grenzau der Knoten geplatzt ist. Dickhardt hat nach familiär bedingten Problemen zu Beginn der Saison zur gewohnten Zuverlässigkeit zurückgefunden. Alexander Flemming (5:9) stellt sich nach seinem grandiosen Sieg beim Bundesranglistenturnier TOP 48 zum ersten Mal wieder seinen vielen Fans vor, denen auch Nico Christ (6:8), Felix Bindhammer (7:3) und Christoph Schmidl (5:5) eine für dieses Jahr gelungene Abschiedsvorstellung geben wollen

