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Im Höhenflug zu den Wochen der Wahrheit

Hilpoltstein (bb) – Auf die Tischtennis-Asse des TV Hilpoltstein kommen die entscheidenden vier Spiele zu. Beim spannenden Kampf um den Titel in der 3. Bundesliga dürfen sie sich maximal einen Verlustpunkt leisten, wenn sie sicher gehen wollen, am Schluss der Saison ganz oben zu stehen. Der nächste Gegner (Sonntag, 14 Uhr, Begrüßung 13:45 Uhr) ist schon mal von besonderem Kaliber: 1. FSV Mainz 05 heißt er, ist Tabellenvierter und hat dem TV Hilpoltstein in der Vorrunde einen von bisher nur zwei Verlustpunkten zugefügt.

Wenn man sich die letzten Duelle zwischen diesen beiden Teams ansieht, könnte man Mainz durchaus als „Angstgegner“ der Mittelfranken bezeichnen. In der vergangenen Saison stoppten die Pfälzer eine kleine Siegesserie der Hilpoltsteiner und versetzten ihrem Konkurrenten um einen Qualifikationsplatz in der neuen eingleisigen 2. Bundesliga mit zwei Siegen quasi den „Todesstoß“. Und in der Vorrunde dieser Saison hatten die Gäste aus Hilpoltstein Glück, dass sie einen schier aussichtslosen 2:5-Rückstand aufholten und noch das Unentschieden retteten.

Felix BindhammerDie Hilpoltsteiner Fans dürfen also wie ein Flitzebogen gespannt sein, ob Bindhammer und Co die Wiedergutmachung gelingt. Eine bisher überragende Rückrunde mit vier sensationellen 6:0-Siegen und einem 6:1 gegen Bayern München weckt große Erwartungen. Vor allem die überragenden Hilpoltsteiner Doppel Flemming/Christ (13:1 Siege) und Dickhardt/Bindhammer (11:3) waren der Grundstein für den so verblüffenden Siegeszug. Doch auch die Mainzer Doppelbilanz (17:9) ist nicht zu verachten – es dürfte also gleich zu Beginn des Matches hoch hergehen.

Auch in den Einzeln haben die Einheimischen ein klares Plus. Alexander Flemming (15:6), Nico Christ (14:6), Dennis Dickhardt (15:3) und Felix Bindhammer (13:5) sind derzeit zwar das Maß aller Dinge – sie stehen bis auf  Dickhardt in der Rückrunde alle noch mit weißer Weste da – allein ist dies noch keine Sieggarantie, wie man in der Vorrunde gesehen hat. Bis auf den mehrfachen Südamerikameister Felipe Olivares (10:9), der beide Einzel im Entscheidungssatz unglücklich mit 12:14 verloren hat, haben alle „Meenzer Buben“ gegen ihre Gäste mindestens einen Punkt geholt, der frühere deutsche Jugendmeister und -Nationalspieler Frederick Jost (10:15) im vorderen Paarkreuz sogar zwei.

Die beste Bilanz im Mainzer Team hat der tschechische Neuzugang Andrej Bajger (15:6), der an einem guten Tag jeden Gegner bezwingen kann. Und wenn der erfahrene Kapitän Benjamin Bator (12:7) seine Mannschaftskameraden wieder so pusht wie zuletzt, dann kann’s durchaus eng werden für den Tabellenführer, für den jetzt die „Wochen der Wahrheit“ beginnen. Nächste Woche geht’s mit den Deutschen Einzelmeisterschaften in Chemnitz weiter, und am 15.3. steigt in der Stadthalle das „Spiel der Spiele“ gegen den schärfsten Konkurrenten: der 1. FC Saarbrücken lauert  mit nur einem Verlustpunkt mehr auf einen Ausrutscher der Hilpoltsteiner Überflieger.

Eine Frage sollen die Hilpoltsteiner Fans allerdings schon an diesem Sonntag beantworten: Soll der TV Hilpoltstein im „Fall der Fälle“ den steinigen Weg in die eingleisige 2. Liga gehen? Ein Rekordbesuch wäre der erste Schritt dahin.