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Hohe Hürden zum Saisonstart

Hilpoltstein (bb) – Die tischtennisfreie Zeit ist vorbei: in den Landes-, Bezirks- und Kreisligen beginnt die neue Saison zwar erst nach den Schulferien, aber die Bundesliga startet bereits an diesem Wochenende – traditionsgemäß mit der Vorrunde im DTTB-Pokal.

Der TV Hilpoltstein, frischgebackener Aufsteiger in die eingleisige 2. Bundesliga, hat wieder einmal ein undankbares Los erwischt. Die Mittelfranken müssen in die über 500 km entfernte Ruhrgebietsstadt Herne reisen, um am Sonntag zu versuchen, ihre Vorrundengruppe zu gewinnen. Der Lohn wäre in der ersten Septemberhälfte ein Heimspiel gegen den neuen Erstligisten ASV Grünwettersbach, der das Abenteuer TTBL gewagt hat und tatsächlich aufgestiegen ist.

Petr DavidDoch vor diesem Highlight fließt noch viel Schweiß den Gänsbach hinunter. Seit Mittwoch schwitzen die TV-Asse Alexander Flemming, Nico Christ, Dennis Dickhardt, Felix Bindhammer und Neuzugang Petr David in der Stadthalle: Fünf Stunden tägliches Training, ein Foto-Shooting in den neuen Trikots, die Mannschafts-Präsentation vor der Presse und den Sponsoren beim Pyraser Hopfenpflückerfest sowie die lange Anfahrt in den Ruhrpott stellen vorab hohe Hürden auf dem Weg in die zweithöchste deutsche Spielklasse dar.

Der Pokal-Aufgalopp in Herne ist quasi die Ouvertüre zu einem neuen Hilpoltsteiner Tischtennis-Abenteuer – entsprechend diffizil fällt sie aus: drei Spiele an einem Tag im ungeliebten System der TTBL, ohne Doppel, mit drei Spielern und freier Aufstellung, und wer zuerst drei Punkte hat, ist Sieger. Im letzten Jahr hat’s geklappt, Hilpoltstein wurde in Bielefeld zur Überraschung aller Experten Vorrunden-Sieger und erkämpfte sich damit ein Heimspiel gegen den Erstligisten Post Mühlhausen, das man relativ knapp mit 1:3 verlor.

Jetzt sind die Gegner erneut happig: Der gastgebende TTC Ruhrstadt Herne ist als ehemaliger Erstligist mit ziemlich neuer Mannschaft ebenso unberechenbar wie der TTC Seligenstadt, ein Drittligist aus Hessen, bei dem zwar Richard Prause, der frühere Nationalspieler und Bundestrainer, als neuer Sportdirektor des Deutschen Tischtennisbundes aus der Rangliste heraussticht, aber in Pokalspielen kaum auflaufen dürfte.

Der härteste Brocken für die Cracks aus Hilpoltstein werden die erfahrenen Tischtennis-Stars des zweitgrößten deutschen Fußballvereins Borussia Dortmund sein. Mit dem oft genialen deutschen Spitzenspieler Erik Bottroff, dem elegant agierenden Björn Helbing, dem routinierten Russen Evgeny Fadeev und dem eingedeutschten Chinesen Qi Wencheng geht der letztjährige Tabellendritte der eingleisigen 2. Bundesliga als hoher Favorit ins Rennen und trifft bereits im ersten Match um 10 Uhr auf die Mittelfranken, die sich mit ihrem Neuzugang Petr David, einem sympathischen tschechischen Spitzenspieler, dennoch eine klitzekleine Chance ausrechnen.

Einen Sieg des TV Hilpoltstein eine Sensation zu nennen, wäre nicht übertrieben. Allerdings warten im System Jeder gegen Jeden insgesamt drei hohe Hürden auf Flemming und Co. Man sieht: Aller Anfang ist schwer. Die Spiele sind am Sonntag ab 10 Uhr unter www.tvhiptt.de im Liveticker zu verfolgen.