(bb) – Während die einen beim TV-Ball fröhlich tanzen, müssen die anderen Schwerstarbeit verrichten. Hilpoltsteins Tischtennis-Asse haben das schlechtere Los gezogen, denn der Rundenleiter lässt sie ausgerechnet am Faschingssamstag nach Stuttgart reisen zum Punktspiel in der 2. Bundesliga. Für die Burgstädter könnte es ein heißer Tanz werden.
Den DJK Sportbund Stuttgart kann man getrost als „Pechvogel des Jahres“ der Tischtennis-Bundesligen bezeichnen. Erst kam dem Team des TTVWH-Geschäftsführers Thomas Walter der in Stuttgart geborene Libanese Dauud Cheaib, 27, abhanden, weil er an einem Mannschaftsturnier im Libanon teilgenommen hatte und deswegen gesperrt wurde. Und dann verletzte sich auch noch der unorthodox spielende Dennis Wiese, für Cheaib ins Spitzenpaarkreuz gerückt, derart schwer, dass er in der Vorrunde überhaupt nicht spielen konnte und all seine Matches abschenken musste. Stuttgart hatte keinen bundesliga-tauglichen Ersatzmann und spielte somit quasi nur mit vier Mann. Die Folge: letzter Tabellenplatz, null Punkte.
„Angeschlagene Gegner sind die schwersten“, warnt das Hilpoltsteiner Urgestein Felix Bindhammer dennoch davor, die Schwaben zu unterschätzen. Mittlerweile ist Dennis Wiese wieder einigermaßen fit, und einige schwere „Kaliber“ der Stuttgarter sind ohnehin nicht einfach zu knacken. So war das Doppel Mu Hao/Behringer in der letzten Saison noch ganz oben in der Bestenliste – es gehört auch jetzt wieder mit 8:3-Siegen zur Elite der Liga.
Der eingedeutschte Chinese Mu Hao steht mit seinem ausgeglichenen Ergebnis (13:13) sogar einen Tick besser da als die Hilpoltsteiner Spitzenleute Alexander Flemming (11:15) und Nico Christ (12:14). Mike Behringer (in der Mitte 3:8), lange Zeit Weggefährte von Felix Bindhammer bei Schüler- und Jugendturnieren und in der letzten Saison noch Bezwinger von Andras Podpinka und Tomas Demek, zeigte am vergangenen Wochenende mit seinem Sieg gegen das Frickenhausener Supertalent Qiu Liang aufsteigende Form. Er wird in einem der Schlüsselspiele erneut auf seinen alten Freund Bindhammer (6:5) treffen – eine reizvolle Begegnung.
Alexander Frank, 25, darf von den Gästen trotz seiner 2:10-Bilanz im mittleren Paarkeuz ebenfalls nicht unterschätzt werden. Allerdings sollte er gegen Dennis Dickhardt (7:1), den aktuell besten Spieler der Mitte, ebenso wenig Chancen haben wie der Stuttgarter Ersatzmann gegen Benni Rösner (hinten 4:4). Bleibt das Aufeinandertreffen der Kapitäne gegeneinander: Alexander Escher (hinten 4:1) für Stuttgart und Alexander Möst (1:11) gelten beide als besonders kampfstark – mal sehen, wer letztlich der bessere Kämpfer ist.
Natürlich darf man die Gäste mit ihren bisher 10 Punkten und ihrer vielversprechenden Rückrunde als Favoriten bezeichnen. Doch die tapferen Schwaben werden wohl ihre letzte Chance wahrnehmen wollen, um das Klassenziel doch noch zu erreichen. Zu den sympathischsten Mannschaften der Liga zählen sie auf jeden Fall, doch leider auch zu den unglücklichsten. Vielleicht stürzt man sich ja nach dem Match gemeinsam für ein paar Stündchen in die schwäbische Fassnacht, um auf das Schicksal ein paar Gläschen zu trinken. Hotelzimmer haben die Hilpoltsteiner schon mal gebucht…

