(bb) – Für die Tischtennis-Asse des TV Hilpoltstein könnte der nationale Feiertag auch zu einem sportlichen Feiertag werden. Am kommenden Montag, sechs Wochen nach Saisonbeginn, dürfen die Mittelfranken gegen die Erstliga-Reserve des TTC Frickenhausen zum ersten Mal zu Hause antreten. Einen Tag zuvor müssen sie beim TTC Weinheim, dem derzeitigen Tabellenführer, bereits ihr drittes Auswärtsspiel hintereinander bestreiten.
Der Doppelstart an diesem langen Wochenende birgt für Bindhammer Co eine Menge Brisanz. So kann es durchaus sein, dass die noch punktlosen Hilpoltsteiner zweimal gegen den Tabellenführer der 2. Tischtennis-Bundesliga antreten müssen, denn bereits morgen treffen die gut gestarteten Weinheimer auf die noch verlustpunktfreien Schwaben, die gar an allen drei Tagen gefordert sind.
Von einem guten Start kann man bei Hilpoltstein beileibe nicht reden. Der fast schon sensationellen 2:9-Auftaktniederlage in Grenzau folgte ein unglückliches 7:9 in Passau – der Fehlstart war perfekt. Dennoch fährt das einzige Bundesligateam in Deutschland, das nur aus deutschen Spielern besteht, nicht ohne Hoffnung an die Bergstraße. In der letzten Saison sorgten die Hilpoltsteiner, ebenfalls als großer Außenseiter und ohne den erkrankten Felix Bindhammer angereist, in Weinheim für einen Paukenschlag, als man nach dem Gewinn von vier Doppeln dem Favoriten beide Punkte wegschnappte. Unvergesslich dabei der klare Sieg von Youngster Manuel Hoffmann gegen den späteren deutschen Jugendmeister und Europameisterschafts-Teilnehmer Frederik Jost.
Auch dieses Mal könnte es sein, dass Hoffmann, 18, gegen den ein Jahr jüngeren Jost ran muss. Hilpoltsteins Neuzugang Dennis Dickhardt laboriert immer noch an seiner Schulterverletzung, sein Einsatz ist durchaus gefährdet. Aber „Ersatzmann“ Hoffmann hat ja schon öfter bewiesen, dass er sich als „Joker“ durchaus wohl fühlt.
Die Heimspiel-Premiere am Montag sollten sich die Tischtennis-Fans der Region auf keinen Fall entgehen lassen. Mit dem TTC Frickenhausen kommt die vielleicht attraktivste Mannschaft der Liga in die Hilpoltsteiner Stadthalle. Besonders der erst 16-jährige japanische „Springfloh“ Masataka Morozino begeistert als Spitzenspieler die Zuschauer überall, wo er auftritt – Felix Bindhammer bezeichnet den nicht mal 1,60 Meter kleinen Japaner gar als einen der beeindruckendsten Sportler, die er je gesehen hat. Alexander Flemming und Nico Christ, die beiden Hilpoltsteiner Spitzenspieler, müssen Größe zeigen, wenn sie den kleinsten Spieler der Liga bezwingen wollen. Aber auch die Söhne von Spielertrainer Qiu, Liang, 16, und Dang, 15, haben es in sich: beide gehören der deutschen Jugend-Nationalmannschaft an, beide waren schon nationale Schülermeister, Dang gar schon Mannschafts-Europameister.
In der Frickenhausener Rangliste steht sogar noch die Tischtennis-Legende Peter Stellwag, 55. Selbst wenn der „beste tischtennisspielende Zahnarzt der Welt“ die Reise nach Hilpoltstein nicht mitmachen sollte: Attraktionen sind beim ersten Hilpoltsteiner Heimspiel der Saison eine Menge geboten. Wer sie hautnah miterleben und ein prickelndes Tischtennismatch sehen will, sollte bereits zur Begrüßung um 13:45 Uhr anwesend sein und sich nicht nur die besten Plätze, sondern auch die eine oder andere Überraschung sichern.

