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Hält der Hilpoltsteiner Höhenflug auch in Oberbayern an?

Hilpoltstein (bb) – Bleiben die Tischtennis-Asse des TV Hilpoltstein weiter auf ihrem Höhenflug oder werden ihnen an diesem Samstag die Flügel gestutzt? Das bayerische Derby in Fürstenfeldbruck wird zeigen, ob die Überflieger aus Mittelfranken auch in Zukunft in der 2. Bundesliga ganz vorne mitmischen.

Noch schweben Flemming und Co. im siebten Himmel. Ihre beiden Siege in Passau, beim Tabellenführer, und zuletzt gegen den bisherigen Tabellenzweiten TTC Ober-Erlenbach haben den Aufsteiger schon ein bisschen in Trance versetzt. Dabei wollen sie auf dem Boden der Tatsachen bleiben: „In Fürstenfeldbruck haben wir noch nie richtig gut ausgesehen“, stapelt Mannschaftskapitän Alexander Flemming ein bisschen tief. Doch vielleicht klappt’s diesmal mit einem Punktgewinn, die Aussichten sind nicht allzu schlecht.

Der Grund für den vorsichtigen Hilpoltsteiner Optimismus liegt in den Doppeln. 5:9 lautet die Doppelbilanz der Oberbayern, der TV Hilpoltstein steht mit 9:3 Siegen in der Doppelbilanz ganz oben. Allerdings: Im Doppel kann man am meisten „pokern“, das heißt, die Aufstellung frei wählen. Wer dann auf wen trifft, kann für den Ausgang des Spiels ausschlaggebend sein. Die Hilpoltsteiner haben zwei fast gleich starke Doppel, was zuletzt der starke Mitaufsteiger TTC Ober-Erlenbach zu spüren bekam und gleich mit 0:2 den spielentscheidenden Rückstand hinnehmen musste.

In der Einzelbilanz kann der TuS Fürstenfeldbruck (Tabellenvierter, 8:6 Punkte) die besseren Karten als der Tabellenzweite Hilpoltstein (9:3 Punkte) vorweisen. Michal Obeslo, der 26-jährige tschechische Nationalspieler, gehört als Neuzugang mit bisher 10:4 Siegen zu den besten Spielern der Liga. Gegen diesen Ausnahmekönner zu gewinnen, wird Alex Flemming (4:8) und Nico Christ (2:9) schwer fallen – unmöglich ist es indes nicht, denn beide TV-Asse können im Prinzip gegen jeden Gegner in der Liga bestehen. Etwas leichter könnte ein Sieg gegen Florian Schreiner, 19, eines der größten deutschen Talente, gelingen. Der jetzt in Saarbrücken trainierende Profi aus Unterfranken hat zwar seine letztjährige, schulisch bedingte kleine Krise weitgehend überwunden, nach bestandenem Abitur dürfte er jedoch mit seiner derzeitigen 4:10-Bilanz auch noch nicht zufrieden sein. Seine Begegnungen als „Schlüsselspiele“ zu bezeichnen, wird wohl der Realität am nächsten kommen.

Im hinteren Paarkreuz müssen sich die Hilpoltsteiner Petr David (10:1 Siege) und Dennis Dickhardt (4:5) gegen starke Konkurrenz wehren. Bojan Crepulia, ein 24-jähriger serbischer Nationalspieler, der schon seit einigen Jahren als Profi bei den „Bruckern“ unter Vertrag steht, gehört mit seiner 9:5-Bilanz zu den besten Spielern dieser Kategorie. Auch der Kroate Filip Cipin (7:5) ist nicht von schlechten Eltern. Kein Spaziergang also für den bis dato überragenden Petr David (10:1) und schon gar nicht für Dennis Dickhardt (4:5), der bei den zwei letzten bravourösen Überraschungs-Coups der Hilpoltsteiner nervenstark für den Siegpunkt gesorgt hat.

Mit einem Sieg würde der TV Hilpoltstein sogar den punktgleichen Tabellenführer Passau unter Druck setzen, der am Sonntag beim Tabellenletzten Herne nur scheinbar leichtes Spiel hat. Doch auch bei einer Niederlage gilt: Der 2. Tabellenplatz ist den „Hipperern“ vorerst nicht zu nehmen. Spielbeginn ist am Samstag um 14 Uhr, wer die kürzeste Auswärtsstrecke (150 km) als Fan des TV nicht zurücklegen kann, dem steht unter www.tvhiptt.de der Liveticker zur Verfügung.