Hilpoltstein (bb) – Trotz der 6:9-Niederlage gegen den Tabellenzweiten TTC Weinheim haben die Hilpoltsteiner Tischtennis-Cracks gezeigt, dass sie derzeit selbst gegen die besten Mannschaften der 2. Bundesliga eine Siegchance haben. Das wollen sie auch am kommenden Sonntag (14 Uhr, Stadthalle) im bayerischen Derby gegen den langjährigen Rivalen TTC Fortuna Passau beweisen und ihren vielen Fans wieder eine tolle Tischtennis-Show bieten.
Die Niederbayern reisen als Tabellenfünfter mit 14:8 Punkten und als Favorit ins Frankenland. Hier hatten sie in den vergangenen Jahren eigentlich ganz gute Erfahrungen gesammelt – bis auf die letzte Saison: da setzte es überraschend zwei Niederlagen gegen Bindhammer und Co. Auch in der Vorrunde tat sich das mit sechs ausländischen Assen bestückte Team um Spielertrainer Martin Pytlik schwer: das 9:7 war mehr als glücklich.
Vier Tschechen stehen – zum Teil seit vielen Jahren – in der Passauer Rangliste. Lediglich Frantisek Krcil, vom vielfachen Zweitliga-Meister FC Tegernheim in die Drei-Flüsse-Stadt gewechselt, ist neu und musste sich zu Beginn der Saison erst mal eingewöhnen. Nur so ist seine doch etwas enttäuschende 9:13-Bilanz zu erklären. Mit seinem überraschenden Erfolg gegen den starken Rumänen Ovidiu Ionescu am letzten Wochenende gegen Weinheim (8:8) hat Krcil jedoch bewiesen, dass er wieder auf Augenhöhe mit seinem Paarkreuz-Kollegen Tomas Sadilek ist, der mit einer 15:7-Bilanz erneut zu den besten Spielern der Liga gehört. Alexander Flemming und Nico Christ (je 11:13) werden sich gegen beide Tschechen schwer tun, können aber auch beide bezwingen.
„Roger“ Pytlik spielt bereits seit zwölf Jahren in Passau, und auch diese Saison enttäuscht Mr. Zuverlässig seine vielen Fans nicht. 16:5 Siege in der Mitte sind ein Wort – selbst der famose Hilpoltsteiner Neuzugang Dennis Dickhardt (13:5) bekam in der Vorrunde die ungeheure Kampfkraft des Passauer Kapitäns zu spüren. Doch jetzt hat Dickhardt „einen Lauf“: seine tollen Leistungen in der Rückrunde wurden vom bayerischen Tischtennisverband mit der Nominierung für die deutschen Meisterschaften in Berlin honoriert. Damit stellt der TV Hilpoltstein mit Flemming, Christ, Bindhammer und Dickhardt zum ersten Mal vier Starter bei den nationalen Titelkämpfen – mehr als der deutsche Rekordmeister und Champions League-Gewinner Borussia Düsseldorf!
Dickhardt bekommt es in der Mitte wie Paarkreuz-Kollege Felix Bindhammer (5:4) noch mit dem Passauer Neuzugang Mathias Habesohn (9:9) zu tun. Der Österreicher musste nach gutem Start die Erfahrung machen, dass es in der 2. Bundesliga Süd überhaupt keine schwachen Akteure gibt – in der Rückrunde ging er bisher dreimal leer aus.
Das hintere Paarkreuz der Niederbayern steht zumindest in der Zwischenbilanz besser da als die mittelfränkische Heimmannschaft: Der Tscheche Tomas Pristal (9:7) und der ägyptische Arzt Ali Walaa Hazaah (6:8) haben auf dem Papier einen kleinen Vorsprung vor dem wiedererstarkten Benni Rösner (3:3) und Nachwuchstalent Manuel Hoffmann (1:5), der allerdings ausgerechnet gegen Passau seine besten Spiele im Hilpoltsteiner Trikot machte.
Das Duell der beiden einzigen in der Tischtennis-Bundesliga verbliebenen Mannschaften Bayerns verspricht also erneut knisternde Spannung. Auch diesmal dürfte es auf die Eingangsdoppel ankommen, wo Hilpoltstein, der Tabellensiebte, am letzten Sonntag gegen Weinheim den Sieg verspielt hat. Gegen Passau ist die Bilanz in den Doppeln jedoch meist positiv. Die Vorstellung der Mannschaften findet wie immer 15 Minuten vor dem ersten Doppel statt.

