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Geht in Mühlhausen die Post ab?

Hilpoltstein (bb) – Zum letzten Vorrundenspiel der Saison 2011/2011 müssen die Tischtennis-Asse des TV Hilpoltstein am Sonntag gut 300 Kilometer weit reisen. Es geht in die thüringische Hochburg Mühlhausen, wo der Postsportverein schon zu DDR-Zeiten häufig für Furore gesorgt hat.


Das wollten die Postler eigentlich auch in dieser Saison tun: der Aufstieg in die 1. Bundesliga wurde angekündigt und von ausnahmslos allen Konkurrenten auch vorhergesagt. Die Chancen, den Sprung ins deutsche Oberhaus tatsächlich zu schaffen, stehen jedoch denkbar schlecht, und dem Vernehmen nach hat man die Pläne sogar aufgegeben. Der vierte Tabellenplatz mit 9:5 Punkten ist nicht gerade das, was sich die Thüringer vom Verlauf der Saison versprochen hatten. Die Konkurrenz aus Frickenhausen, Grünwettersbach und  Weinheim hat überraschend gegen den einstigen Topfavoriten gepunktet, sogar Passau liegt in Lauerstellung.


Kann da der Tabellensiebte TV Hilpoltstein etwas ausrichten? Die Chancen für die Mittelfranken stehen normalerweise schlecht, aber ganz ausgeschlossen ist es nicht. Das Team um das Urgestein Felix Bindhammer befindet sich nach der Verletzungsmisere zu Saisonbeginn in aufsteigender Form. Beim Bundesranglistenfinale TOP 16 war der TV hinter dem Erstligisten TTC Hanau sogar der erfolgreichste Verein.


Besonders die Spitzenspieler Alexander Flemming (derzeit 7:9 Siege) und Nico Christ (6:10) haben beim TOP 16 mit den Plätzen 4 und 7 bewiesen, dass sie zu den besten Tischtennisspielern in Deutschland gehören. In die Spiele gegen das Mühlhausener Spitzenduo Mattis Burgis (9:1) – der lettische Ausnahmespieler und Neuzugang ist in der 2. Bundesliga das Maß aller Dinge – und den über Jahre hinweg großartige Bilanzen spielenden, eingedeutschten Chinesen Tang Bing (7:6) geht man zwar als Außenseiter, doch nicht ohne Hoffnung auf eine Überraschung.


Auch im mittleren Paarkreuz haben die Mitteldeutschen bisher noch nicht voll überzeugt. Der Tscheche Petr David (7:6) und vor allem „Altmeister“ Björn Ungruhe (4:9) schwächelten zwischendurch schon mal, so dass sich der langsam in Form kommende Benni Rösner (4:10) und vor allem Dennis Dickhardt (8:3) nicht von vornherein geschlagen geben müssen. Im hinteren Paarkreuz überzeugte der junge Neuzugang Erik Schreyer (7:1) durchaus, während der ehemalige Vizeweltmeister im Doppel, Jindrich Pansky (4:4), sich mit seiner Routine nicht immer durchsetzte. Der kampf- und spielstarke frühere Kapitän Thomas Theissmann (2:3) könnte gegen seine alten Freunde aus Hilpoltsein jedoch auch zum Einsatz kommen. Felix Bindhammer (8:1), dem die Teilnahme am TOP 16 viel Auftrieb gegeben hat, und der junge Manuel Hoffmann (1:3) gehen jedenfalls nicht chancenlos an die Tische.


Voraussetzung für einen Hilpoltsteiner Punktgewinn ist jedoch, dass die Hilpoltsteiner ihre Doppelschwäche (11:15) überwinden und dass alle sechs Spieler am oberen Limit agieren. Das ist in dieser Saison noch nicht passiert. Doch wenn der Knoten platzt, ist den Mittelfranken alles zuzutrauen – sogar ein Punktgewinn in Thüringen, wo man bis dato immer leer ausgegangen ist.