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Eine Stunde der Wahrheit

Hilpoltstein (bb) – Für die Hilpoltsteiner Tischtennis-Cracks beginnt das neue Jahr mit den „Stunden der Wahrheit“. Im Januar, Februar und März muss der auf Platz Sieben überwinternde Zweitligist gegen alle Mannschaften antreten, die in der Tabelle vor ihm stehen – erst dann kommen ein paar leichtere Gegner. Los geht das schwere Rückrundenprogramm morgen mit der Reise zum TTC Fortuna Passau (14 Uhr, Turnhalle der St. Nikolaschule).


Das Vorrundenmatch gegen die Niederbayern werden die Hilpoltsteiner Asse nicht so schnell vergessen – es wird als „Highlight“ in die Tischtennisgeschichte eingehen. Einen 6:1-Kantersieg der Mittelfranken hatte selbst beim Heimspiel niemand erwartet – der Laie wunderte sich, die Fachwelt staunte. Die tschechischen Ex-Nationalspieler der Passauer versagten, den ungarischen Weltklassemann Daniel Zwickl hatte gar die Grippe erwischt. Nach zweieinhalb Stunden war das Passauer Desaster perfekt: Kein Einzelsieg gegen Hilpoltstein – so was hatte es noch nie gegeben!


Ob sich das Wunder wiederholt? So richtig glauben kann niemand daran. Dennoch träumen die mittelfränkischen Gäste von einem Punktgewinn, den sie auch dringend benötigen, wenn sie ihr Ziel, den fünften Tabellenplatz, in die Realität umsetzen wollen. Das traditionsreiche bayerische Derby hat seine eigenen Gesetze – deshalb ist es schwierig, eine Prognose abzugeben.


Natürlich sind Sadilek und Co Favorit – zumal an heimischen Tischen. Und die Gedanken an eine Revanche sind nicht mehr aus den Köpfen der Passauer herauszubringen. Doch besonders gegen die unberechenbaren Hilpoltsteiner tut sich der niederbayerische Vorzeigeverein häufig schwer. Der Derby-Ausgang dürfte stark davon abhängen, wie die Zelluloidkünstler aus beiden Vereinen die Winterpause verkraftet haben. Konnten sie genügend trainieren und wie hat Alexander Flemming, der Hilpoltsteiner Spitzenmann, seinen dreiwöchigen Trainingsausfall wegen Krankheit verkraftet?


Flemming (bisherige Bilanz 9:9) gewann in der Vorrunde beide Spiele, Nico Christ steuerte gegen Neuzugang Zwickl (13:5) einen seiner bisher fünf Siege bei, sein Match gegen den bisher etwas enttäuschenden Tschechen Tomas Sadilek (6:9) kam nicht mehr in die Wertung. Am schwersten sind die Passauer im hinteren Paarkreuz zu kacken: Frantisek Krcil (9:4) gehört hier ohnehin zu den besten der Liga, und Spielertrainer Martin Pytlik (6:7) hat gerade in den letzten Spielen bewiesen, dass man ihn noch nicht zum alten Eisen zählen darf. Es wird darauf ankommen, ob sich Arne Hölter (8:4) seine gute Verfassung der vergangenen Wochen bewahren konnte, ob Dennis Dickhardt (6:5) seine kleine Krise von Mainz überwunden hat oder ob Felix Bindhammer wieder mal einspringt, der gegen Passau eigentlich immer eine gute Figur abgibt.


Dieses Wochenende wird jedenfalls für den weiteren Verlauf der Saison wegweisend sein. Insgesamt sechs Spiele könnten die ohnehin enge Tabellensituation noch enger machen. Beim Mitmischen um den für den Aufstieg so wichtigen fünften Platz will der TV Hilpoltstein auch am Montag noch dabei sein.