Hilpoltstein (bb) – Sonntag, 14. April 2013, 13:45 Uhr: Vorhang auf für das letzte Tischtennisspiel der Saison! In der 2. Tischtennis-Bundesliga Süd beendet der TV Hilpoltstein mit einem Heimspiel gegen die Erstliga-Reserve des deutschen Vizemeisters 1. FC Saarbrücken eine Spielzeit, die als die bisher beste in die große Geschichte des mittelfränkischen Vorzeigeclubs eingehen wird. Gleichzeitig geht eine Ära zu Ende.
Zum letzten Mal wird in der 2. Bundesliga mit Sechser-Teams gespielt, in der Mannschaftsstärke also, die die meisten Tischtennisspieler seit Jahrzehnten von ihrem Spielbetrieb in den unteren Ligen her kennen. Ab der kommenden Saison geht’s dann mit Vierer-Mannschaften in einem neuen Spielsystem weiter – das einzige komplett deutsche Team in der 2. Bundesliga wird also auseinander gerissen.
Mit einer dicken Träne im Knopfloch müssen die Hilpoltsteiner Verantwortlichen um Teamchef Bernd Beringer Spieler verabschieden, die ihnen ans Herz gewachsen sind. Wie das neue Team um Kapitän Felix Bindhammer aussieht – dieses Geheimnis wollen sie erst am Sonntag kurz vor dem Spiel lüften. Nicht zuletzt deshalb hofft man beim Zuschauer-König der 2. Bundesliga trotz des angekündigten schönen Wetters auf viele Fans, die dem erfolgreichsten Verein der bayerischen und der deutschen Einzelmeisterschaften zum Abschluss einer tollen Spielzeit noch einmal kräftig Applaus zollen und die für ihre Treue mit Pyraser Freigetränken belohnt werden .
21:15 Zähler könnten Bindhammer und Co bei einem Sieg gegen den Tabellenvorletzten Saarbrücken vorweisen. So ein dickes Punktekonto hatten sie während ihrer achtjährigen Bundesliga-Zugehörigkeit noch nie. Dass trotzdem „nur“ der sechste Platz herausspringen wird, liegt an der Ausgeglichenheit einer Liga, die von Experten als die stärkste 2. Bundesliga aller Zeiten eingestuft und in der im Minutentakt Tischtennis vom Feinsten geboten wird.
Obwohl Saarbrücken am letzten Spieltag dieser denkwürdigen Saison noch um den Klassenerhalt kämpft, wird das Match für die euphorisch gestimmten Hilpoltsteiner Cracks beileibe nicht zum Frühlings-Spaziergang. Mit dem belgischen Nationalspieler Cedric Nuytinck, 20, verfügen die Saarländer über einen der besten und spektakulärsten Spieler der Liga. 18:8 Siege bisher und zwei Vorrundenerfolge gegen die heimischen Spitzenspieler Alexander Flemming und Nico Christ sprechen Bände. Hilpoltsteins Nr. 2, Nico Christ, seines Zeichens deutscher Vizemeister im Doppel, sinnt derweil zumindest gegen Emilien Vanrossome, 18, auf Revanche, der ihm in der Vorrunde eine empfindliche Niederlage verpasst hat. Der dritte Belgier im Bunde, Julien Indeherberg, 19, musste bisher zwar viel Lehrgeld zahlen, aber sein 3:0-Sieg am letzten Wochenende gegen den Grünwettersbacher Ausnahmekönner Adam Robertson ließ die Fachwelt doch aufhorchen.
Im mittleren und hinteren Paarkreuz gehen die Hilpoltsteiner Tischtenniskünstler dennoch als Favoriten ins Rennen. Arne Hölter, Dennis Dickhardt, Felix Bindhammer und Christoph Schmidl sollten trotz vorausgehender Saison-Abschlussfeier stark genug sein, um Siege für ein am Ende klares Ergebnis einzufahren. Auch Manuel Hoffmann, 20, seit sieben Jahren in Hilpoltstein und Frontmann der 2. Mannschaft, wird sein Trikot noch einmal überstreifen, bevor er wegen seines Studiums in die Region Regensburg wechselt. Dass er dieses Trikot nach dem Spiel an einen Nachwuchsspieler verschenkt, hat ebenso Symbolcharakter wie die schöne Geste, dass zahlreiche ehemalige Spieler der 1. Hilpoltsteiner Herren-Mannschaft, die im Laufe der letzten 31 Jahre, als die große Erfolgssträhne begann, zum Ende dieser Ära als Gäste anwesend sind.

