Hilpoltstein (bb) – War das die letzte Chance für den TV Hilpoltstein, direkt in die künftig eingleisige 2. Bundesliga aufzusteigen? Nicht ganz, denn noch sind zehn Punkte zu vergeben. Die 1:6-Niederlage beim Tabellenführer TTC Frickenhausen II hat jedoch die Hoffnungen der Hilpoltsteiner Tischtennisstars, mindestens Platz fünf zu erreichen, gegen Null geschraubt. Jetzt müsste einer der Qualifizierten auf den Aufstieg verzichten und zumindest der sechste Platz erreicht werden. Doch auch das wird immer schwerer.
Vor dem Spiel hatten Bindhammer und Co mit einem leichten Schwächeln der Schwaben geliebäugelt. Doch die pfiffen auf die Hilpoltsteiner Ambitionen und traten in Bestbesetzung und mit viel Ehrgeiz an. Sogar das für Frickenhausener Verhältnisse zahlreiche Publikum – es waren 40 Zuschauer – feuerte die junge Mannschaft an. Und die ließ sich nicht lumpen und lieferte eine blitzsaubere Leistung ab. Nur Alexander Flemming und Nico Christ, die beiden besten Spieler der Gäste, konnten da phasenweise mithalten.
Absoluter „König des Nachmittags“ war der 17-jährige japanische Shooting-Star Masataka Morizono. Was der nur 1.60 Meter große „Springfloh aus dem Land der aufgehenden Sonne“ gegen die gewiss nicht schlecht aufgelegten Hilpoltsteiner Routiniers ablieferte, war schlichtweg Weltklasse. Blitzschnell agiert und reagiert das Supertalent am Tisch, es schleudert mit seiner beweglichen Rückhand selbst die kürzesten Bälle über dem Tisch mit affenartiger Geschwindigkeit dem Gegner um die Ohren, die härtesten Bälle kommen noch härter zurück, und man sieht erst in letzter Sekunde, welche Richtung sie nehmen. Das war eine höchst beeindruckende Tischtennis-Demonstration eines der größten Talente der Welt – 15:2-Siege in der stärksten 2. Bundesliga aller Zeiten sprechen Bände!
Kein Wunder, dass sowohl Flemming als auch Christ gegen dieses kleine Sportwunder, das schon bei den German Open im November die Fachwelt verblüfft hatte, im Einzel ohne Satzgewinn und im Doppel Arne Hölter und Dennis Dickhardt gegen Morizone/Qiu Liang ohne Chance blieben. So war es Alexander Flemming vorbehalten, wie schon in Vorrunde den Ehrenpunkt für Hilpoltstein zu holen. Qiu Liang,18, immerhin letztjährige Nr. 1 der deutschen Jugend-Nationalmannschaft, hatte gegen den immer besser werdenden Sachsen im Hilpoltsteiner Trikot nicht den Hauch einer Chance. Gegen diesen Qiu – dessen jüngerer Bruder Qiu Dang hatte zuvor gegen Arne Hölter klar gewonnen – war Nico Christ auch auf der Siegerstraße, doch das Spiel zählte letztlich nicht mehr: Morizono setzte gegen Flemming mit einem krachenden Schmetterer den Schlusspunkt.
Ein besseres Ergebnis verpassen Alexander Flemming und Nico Christ im Eingangsdoppel. 5:4 führten sie im fünften Satz gegen Sel/Qiu Dang und standen nach dem Seitenwechsel sogar besser, weil sie in dieser Konstellation zuvor zwei Sätze klar gewonnen hatten. Doch urplötzlich war der Wurm drin: 7:1 Punkte für die Einheimischen in Folge – der Hilpoltsteiner Anhang rieb sich verdutzt die Augen, der erhoffte Punkt zu Beginn des Spiels blieb aus, das Verhängnis nahm seinen Lauf, zumal Arne Hölter und Dennis Dickhardt an diesem trüben Nachmittag eher mit einer unterdurchschnittlichen Leistung aufwarteten.
Die Zeit der Ernte muss wohl erst noch kommen – und dann ein großes Wunder geschehen...
TTC Frickenhausen II – TV Hilpoltstein 6:1 Sel/Qiu Dang – Flemming/Christ 11:7, 3:11, 11:9, 7:11, 11:6; Morizono/Qiu Liang – Hölter/Dickhardt 11:5, 11:7, 11:8; Morizono – Christ 11:6, 11:4, 12:10; Qiu Liang – Flemming 9:11, 7:11, 10:12; Sel – Dickhardt 11:1, 11:9, 13:11; Qiu Dang – Hölter 11:9, 11:6, 11:8; Morizono – Flemming 11:7, 11:5, 11:7.

