Hilpoltstein (bb) – Der erste Adventssonntag könnte den Tischtenniscracks des TV Hilpoltstein ein vorgezogenes Weihnachtsgeschenk bringen. Die mittelfränkischen Bundesliga-Schmetterer empfangen um 14 Uhr in der Stadthalle den bisher sieglosen Aufsteiger SpVgg Ottenau und haben es mit einem Sieg selbst in der Hand, für einen ausgeglichenen Punktestand zu sorgen. Dann wäre auch der angestrebte fünfte Tabellenplatz in Reichweite.
Es ist das letzte Heimspiel des Zweitligisten im Jahr 2013. Eine Bescherung ohne Anstrengung wird das Duell für Bindhammer und Co allerdings nicht. Die Badener haben gerade in den letzten Spielen bewiesen, dass sie kein Kanonenfutter sind. Der Tabellenvierte Fürstenfeldbruck hat vor kurzem mit viel Mühe nur 6:4 in Ottenau gewonnen und dabei gleich die Doppelstärke des Liga-Neulings zu spüren bekommen, der in der Doppelbilanz (5:7) in etwa so ordentlich dasteht wie der TV Hilpoltstein (6:8), aber deutlich besser als die davor platzierten Teams aus Fürstenfeldbruck (4:12) und Mainz (3:9).
Auch im vorderen Paarkreuz verfügt der ehrgeizige Aufsteiger, der in der Relegation sensationell gegen die erfahrene Erstliga-Reserve des TTC Grenzau gewonnen hatte und damit zum ersten Mal Bundesliagluft schnuppert, über viel Potenzial. Das blutjunge (17) portugiesische Supertalent Joao Geraldo (3:6) verfügt zum Beispiel über mehr internationale Erfahrung als die Hilpoltsteiner Asse Alexander Flemming (9:5) und Nico Christ (3:8) zusammen, und er hat mit Richard Vyborny (Bad Königshofen) und Adam Robertson (ASV Grünwettersbach) zwei der besten Akteure der 2. Bundesliga besiegt. Auch sein deutsches Pendant Florian Schreiner, 17, (SC Fürstenfeldbruck) musste dem Jüngling gratulieren.
Ähnlich stark, allerdings etwas bundesliga-gestählter, scheint der 22-jährige Spanier Alvaro Robles (5:7) zu sein, der vom TTC Grenzau an den Schwarzwaldrand gewechselt ist. Seine Vorjahres-Bilanz (13:15) war schon beachtlich, doch jetzt, in der noch stärkeren Liga mit Vierer-Mannschaften, kann der stolze Spanier ebenfalls einige prominente „Skalps“ (Robertson, Sadilek, Schlichter, Lei Yang) vorweisen. Flemming und Christ müssen also höllisch aufpassen, dass sie nach ihrem jüngsten Höhenflug gegen Passau nicht unsanft auf dem Boden landen.
Wenn Ottenau noch die beiden Oldtimer der Vorsaison hätte, könnten die Badener sogar im Kampf um einen der fünf begehrten Aufstiegsplätze in die eingleisige 2. Liga kräftig mitmischen. Doch Dimtrij Mazunov und Fu Yong verließen zur Überraschung vieler den Verein, so dass sich jetzt mit Jörg Kühnberger (35), Daniel Weiskopf (29) und Manuel Mechler (32) ähnlich wie beim TV Hilpoltstein drei deutsche Spieler die Plätze 3 und 4 teilen. Sie allerdings konnten bisher noch keinen einzigen Sieg einfahren, so dass Arne Hölter (4;4), Dennis Dickhardt (4:3) und Felix Bindhammer (0:3) zumindest leicht favorisiert an die Tische gehen. Hier sieht man wieder einmal, wie negativ sich die Vierer-Mannschaften bei den meisten Vereinen auf den Einsatz der so wichtigen „Local Heros“ auswirken.
Es ist also alles gedeckt für das Adventsmenue des TV Hilpoltstein. Wenn die „Hardcore-Fans“ zum letzten Heimspiel des Jahres in die Stadthalle wandern und noch ein paar Gäste vom Hilpoltsteiner Weihnachtsmarkt dazukommen, könnte es zum Finale eines historischen Jahres in der Hilpoltsteiner Tischtennis-Geschichte noch einmal eine ähnlich gute Stimmung geben wie beim jüngsten fantastischen 6:1 gegen Passau. Begrüßung ist wie immer um 13:45 Uhr, für Vorweihnachts-Überraschungen ist gesorgt.

