Für die Hessen geht es indes um noch mehr. Nach zwei heftigen Niederlagen (allerdings bei den Mit-Favoriten Saarbrücken und Bad Königshofen) steht man bereits mit dem Rücken zur Wand. Da gilt es, einen klaren Kopf und starke Nerven zu beweisen. Das ist nicht einfach, doch Hilpoltsteins erfahrene Nr. 3, Nico Christ, weiß: „Angeschlagene Boxer sind die gefährlichsten“.
Der Umbruch in Ober-Erlenbach war groß. Neben dem Vereinsnamen und einigen Personalien im Vorstand haben sich auch die Namen der Spieler geändert. Die Spitzen-Akteure Qiu Dang und Kohei Sambe haben nur ein einjähriges Gastspiel gegeben, und überraschenderweise hat mit Jens Schabacker auch ein „Lokal-Matador“ und fleißiger Punktesammler die rührigen Hessen verlassen – sogar via 3. Bundesliga. Verblieben ist lediglich Dominik Scheja, doch er hat seine kurze Profi-Karriere beendet und sich einer Ausbildung zugewandt. Zudem steht er nur als Nr. 5 in der Rangliste, denn mit dem Inder Sanil Shetty (Weltrangliste Nr. 249) hat man einen extrem spielstarken „Feuerwehrmann“ verpflichtet für den Fall, dass sich Scheja erneut verletzen sollte. Eingesetzt wurde er bisher aber noch nicht.
Die drei anderen Neuen sind indes auch nicht von schlechten Eltern: Der Kroate Tomislav Pucar , 20, WL 133, der Ungar Nandor Ecseki, 20, WL 254 und der niederländische Meister Laurens Tromer, 21, WL 222, sind nicht nur junge, international agierende Talente, sie gehören auch schon der erweiterten Weltklasse an. Wenn sie die Begeisterung früherer Tage im finanzstarken Homburger Ortsteil Ober-Erlenbach entfachen können, sind die Hessen selbst für einen vorderen Tabellenplatz gut.
Am Samstag werden also die Weichen gestellt – auch für den TV Hilpoltstein, der extrem gut in die Saison gestartet ist. Zwei Pokalsiege bei starken Gegnern, ein Heimerfolg und ein Remis in der Punkterunde: Flemming und Co können mit breitem Kreuz in die 280 Kilometer entfernte Taunus-Stadt fahren. Mit einem erneuten Erfolg wäre den besten Ballsportlern des Landkreises der Rücken für die kommenden Heimspiele gegen den (wahrscheinlichen) Tabellenführer 1. FC Saarbrücken (16.10.) und den TTC Grenzau (30.10.) sowie natürlich fürs Pokal-Viertelfinale gegen das erstklassige Bastian-Steger-Team Werder Bremen (4.11.) mächtig gestärkt.
Die Hilpoltsteiner Verantwortlichen hoffen auf eine starke Fan-Gruppe als Begleitung. Wer nach dem Spiel (Beginn 18 Uhr in der Wingert-Sporthalle, Seulberger Straße 79, Bad Homburg-Ober-Erlenbach) mit der Mannschaft feiern und übernachten will, kontaktiert am besten Bernd Beringer (Tel: 09174/9393). Wer nicht mitfahren kann, für den ist der Liveticker eine allerdings höchst nervenaufreibende Alternative.


