Hilpoltstein (bb) – Zum Abschluss ihrer neunjährigen Zweitliga-Geschichte wollen die Hilpoltsteiner Tischtennis-Cracks um Felix Bindhammer und Alexander Flemming noch einmal die Korken knallen lassen. Das letzte Saisonspiel am Sonntag um 14 Uhr in der heimischen Stadthalle könnte sogar zum „finale furioso“ werden. Gegner ist der Tabellennachbar 1. FSV Mainz 05, mit dem man noch ein Hühnchen zu rupfen hat.
Ausgerechnet der unberechenbare Mainzer Fußball-Club war es, der die Träume des TV Hilpoltstein von einem Aufstieg in die neu eingeschobene eingleisige 2. Bundesliga mit einem sensationellen 6:4-Vorrundensieg platzen ließ. Von diesem „Unglücksspiel“ (Flemming krank, Pilot Dickhardt direkt aus den Wolken an die Tische und damit von der Rolle) haben sich die Mittelfranken nie mehr richtig erholt – die sonst so erfolgreiche Rückrunde wurde zum Stolperstein, die ersten fünf Plätze gerieten früh außer Reichweite, auch der sechste Rang, der zum Relegationsspiel um den letzten freien Platz in der neuen Liga berechtigt hätte, war bald nicht mehr zu schaffen. Jetzt streiten sich mit Grünwettersbach und Fürstenfeldbruck zwei Spitzenteams früherer Spielzeiten um den letzten Stohhalm.
Das allein zeigt, wie stark die bisherige 2. Bundesliga nach der Reduzierung von sechs auf vier Spieler pro Mannschaft geworden ist. Gegen einen nicht geringen Teil der erweiterten Weltklasse tat sich das komplett deutsche Team des TV Hilpoltstein schwer, zumal mit dem hinteren Paarkreuz des Turnvereins die große Stärke der Mitttelfranken der Bundesligareform zum Opfer gefallen ist. Allerdings war das Ziel der TV Verantwortlichen von vornherein ehrgeizig: Erst einmal in ihrer Bundesliga-Geschichte haben Bindhammer und Co den fünften Platz geschafft – in der Saison 2011/2012. Deshalb redet in Hilpoltstein auch niemand von einem „Desaster“ und auch nicht von „Abstieg“. Die Klasse wurde gehalten, es wurde nur der Aufstieg in die neue 2. Liga nicht erreicht.
Zum Abschiedsspiel aus der alten Liga, die in ihrem Einzugsbereich bleibt, wie sie ist, und künftig den Namen 3. Bundesliga Süd trägt, haben die TV'ler ein kleines Fest für ihre treuen Fans vorbereitet: Es gibt (nach dem Match) Freibier und Antialkoholisches vom Sponsor, es kommen Gutscheine über € 50.- bis € 250.- eines Hilpoltsteiner Sportgeschäftes und weitere schöne Preise zur Verlosung, alle Spieler werden eingesetzt und ein Geheimnis wird gelüftet: Wie sieht die neue Mannschaft aus, hat sie Chancen auf einen Spitzenplatz in der 3. Bundesliga?
Sportlich geht es um die Revanche gegen Mainz. Alexander Flemming, Nico Christ, Arne Hölter, Dennis Dickhardt und Felix Bindhammer brennen darauf, die Scharte aus der Vorrunde wettzumachen und sich hoch erhobenen Hauptes aus der 2. Liga zu verabschieden, in der man neun Jahre lang nicht nur ein bunter Farbtupfer, sondern fast immer „König der Herzen“ war. Das zumindest soll auch in Zukunft so bleiben.

