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Ei, ei ei - der TV Hilpoltstein besiegt den Favoriten

Hilpoltstein (bb) – „Heute haben sie uns zum ersten Mal geknackt – und das auch noch völlig verdient“. Armin Freiburger, Teamchef des letzten Zweitligameisters ASV Grünwetterbach sprach frank und frei aus, was knapp 150 Tischtennisfans gerade mit eigenen Augen bestaunt hatten. Der TV Hilpoltstein war am Ostersonntag nicht nur topfit angereist, er legte dem konsternierten Favoriten auch noch ein paar schwer verdauliche Eier ins Nest: 9:3 hieß es am Ende für die Gäste – eine dicke Überraschung.

 

Dabei hatte für die Karlsruher Spitzenmannschaft das Match besser begonnen, als sie befürchtet hatte. Ihr Top-Duo Robertson/Lei Yang knackte in letzter Sekunde das Hilpoltsteiner Zweier-Doppel Hölter/Dickhardt. Mehr als zwei Sätze lang hatte die Gäste-Paarung bewiesen, dass sie sich zu einem der besten Zweier-Doppel der Liga gemausert hat. Erst als der „alte Fuchs“ Robertson den glänzenden Rückschläger Hölter mit ein paar schnellen Aufschlägen überrascht hatte, wendete sich das Blatt zugunsten der Einheimischen, deren Dreier-Doppel Miszewski/Sekinger zum Erstaunen aller keine Mühe hatte, die ungewohnt müde wirkenden Hilpoltsteiner Bindhammer/Schmidl in schnellen 3:0 Sätzen abzufertigen.

 

<img width="320" height="205" src="http://tvhiptt.de/typo3-root/typo3//images/content/news/2012/1-flemming/DSC_0098.jpg" alt="Alexander Flemming" class="fright" />Als Adam Robertson, bester Spieler der letzten Saison, in einem engen und hochklassigen Match Nico Christ förmlich niedergerungen hatte, stand es 3:1 für Grünwettersbach, und fast niemand in der Halle gab mehr einen Pfifferling auf die wieder mal unglücklichen Hilpoltsteiner. Doch die bäumten sich mit Macht gegen die drohende erneute Niederlage auf – und gaben von da an keinen einzigen Punkt mehr ab.

 

Die Lokomotive für den nun folgenden Siegeszug spielte wieder einmal der derzeit auf Wolke 7 schwebende Alexander Flemming, der bis dato in Grünwettersbach noch nie gewonnen hatte. Diesmal aber ließ der deutsche Meister im Doppel und Bronzemedaillengewinner im Einzel gegen seine Angstgegner Robertson und Lei Yang, beide in der Bestenliste deutlich vor Flemming platziert, zu keinem Zeitpunkt locker. Den Deutsch-Chinesen Lei putzte er in vier Sätzen von der Platte, doch gegen den wallischen Ausnahmekönner Robertson schien sich ein ähnliches Drama wie in der Vorrunde anzubahnen, als Flemming nach Vergabe von fünf Matchbällen doch noch verloren hatte. Diesmal führte der sympathische Leipziger im Hilpoltsteiner Trikot wieder mit 10:7 im Entscheidungssatz und lag plötzlich doch mit 10:11 zurück. Nach den vergebenen Machtpunkten wollte keiner der mitgereisten Hilpoltsteiner mehr hinschauen: Würde Flemming erneut zum Unglücksraben mutieren? Nein, diesmal nicht, denn nach nicht enden wollenden fantastischen Ballwechseln riss Flemming jubelnd die Arme hoch – endlich, endlich ein Sieg über Robertson!

 

<img width="320" height="240" src="http://tvhiptt.de/typo3-root/typo3//images/content/news/2012/2-christ/GIUR8737w.jpg" alt="Nico Christ" class="fleft" />Dieser Triumph des Hilpoltsteiner Spitzenspielers verlieh seinen Mannschaftskameraden geradezu Flügel. Nico Christ wuchs über sich hinaus und besiegte sein bisheriges Trauma Lei Yang, Dennis Dickhardt zog einmal mehr dem norwegischen Nationalspieler Geir Erlandsen das Fell über die Ohren, Arne Hölter machte es ihm später nach und ließ darüber hinaus dem für den schwer verletzten Rade Markovic in die Mitte gerückten Polen Marcin Miszewski nicht die Spur einer Chance, Christoph Schmidl gestattete Youngster Marlon Spieß nur kurzzeitig Hoffnung und Felix Bindhammer bekam den „Joker“ Jo Sekinger nach einem 0:7-Rückstand im ersten Satz urplötzlich voll in den Griff. Die Oster-Überraschung war perfekt, der Favorit am Boden, Hilpoltstein obenauf. Es war der Tag vor dem 1. April – kein Scherz, sondern alles wahr…


ASV Grünwettersbach – TV Hilpoltstein 3:9  Robertson/Lei Yang – Hölter/Dickhardt 12:14, 11:8, 8:11, 11:8, 11:8; Erlandsen/Spieß – Flemming/Christ 6:11, 11:9, 7:11, 6:11; Miszewski/Sekinger – Bindhammer/Schmidl 11:6, 11:9, 11:6; Robertson – Christ 11:9, 7:11, 11:4, 8:11, 11:8; Lei Yang – Flemming 7:11, 11:4, 6:11, 8:11; Erlandsen – Dickhardt 5:11, 16:14, 11:5, 5:11, 7:11; Miszewski – Hölter 7:11, 9:11, 6:11; Spieß – Schmidl 5:11, 5:11, 14:12, 10:12; Sekinger – Bindhammer 10:12, 9:11, 7:11; Robertson – Flemming 11:3, 9:11, 11:8, 8:11, 11:13; Lei Yang – Christ 8:11, 12:10, 3:11, 11:7, 8:11; Erlandsen – Hölter 9:11, 12:10, 9:11, 10:12.