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Durchwachsene Vorrunde

Hilpoltstein (bb) – Die klare 3:9-Niederlage beim zweifellos starken einstigen Meisterschaftsfavoriten Post SV Mühlhausen zeigt den Tischtenniscracks des Zweitligisten TV Hilpoltstein deutlich, woran es in der diesjährigen Saison hapert: sie bekommen es nicht auf die Reihe, alle zusammen an ihrem persönlichen oberen Limit zu spielen. Die Folge: Platz sieben nach der Vorrunde, der angestrebte Rang in der vorderen Tabellenhälfte ist allenfalls mit dem Fernglas zu erkennen. Wenn es dumm läuft in der Rückrunde, droht sogar das Abstiegsgespenst.

Das wäre fatal, denn der einzige Bundesligaverein in Deutschland, der – zum ersten Mal in seiner nun schon siebenjährigen Bundesliga-Geschichte – ohne ausländische Hilfe auskommt, müsste sich eingestehen: neue Freunde gewonnen, aber Experiment missglückt. Doch noch ist es nicht so weit, die lange Pause bis zum Rückrundenstart am 8. Januar (da gilt es gleich, gegen den Tabellennachbarn Grenzau Revanche zu nehmen) lässt Zeit zur Besinnung – und zum verschärften Training.

Eine zumindest halbprofessionelle Einstellung ist in der zweithöchsten deutschen Tischtennisliga vonnöten, um dem abermals gestiegenen Niveau Rechnung zu tragen. So fanden in der Vorrunde vor allem der langjährige Kapitän Alexander Möst (Vorrunden-Bilanz: 0:8 Siege) und der amtierende bayerische Einzelmeister Benni Rösner (4:12) nicht zu ihrer früheren Form. Starke Belastungen in Beruf und Ausbildung verhinderten regelmäßiges Training. Doch ohne das geht es einfach nicht in einer Liga, in der es von Spielern der erweiterten Weltklasse nur so wimmelt.

Nico ChristNatürlich vermasselte auch Verletzungspech den Hilpoltsteinern die Bilanz. Die lädierten Schultern der Neuzugänge Nico Christ (7:11) und Dennis Dickhardt (8:4) verhinderten einen erfolgreichen Saisonstart des gesamten Teams, so dass man bis zum 23. Oktober warten musste, bis gegen die deutlich schwächer eingeschätzte, aber aus ehrgeizigen internationalen Jung-Profis bestehende Mannschaft aus Saarbrücken beim 8:8 (nach 5:1-Führung) der erste Punktgewinn gelang. Selbst bei den deutlichen Erfolgen gegen die beiden Tabellenletzten Stuttgart (9:4) und Seligenstadt (9:5) mussten die Fans mitunter zittern. Überzeugend waren letztlich nur die Leistungen in Passau (7:9) und Grünwettersbach (5:9), wo man den beiden Topteams einen begeisternden, wenn letztlich auch erfolglosen Kampf lieferte. Doch auch dabei wurde das Dilemma des bayerischen Topvereins Hilpoltstein deutlich: Nicht ein einziges Mal schaffte man mit einer geschlossenen Mannschaftsleistung eine in allen Belangen überzeugende Vorstellung.

Nachdem auch Publikumsliebling Alexander Flemming (8:10) neben einigen Glanzleistungen ein paar unerklärliche Schwächen zeigte, bleiben nach der Vorrunde nur die positiven Bilanzen von Dennis Dickhardt und Felix Bindhammer (9:5), die in der Rückrunde das neue Hilpoltsteiner mittlere Paarkreuz bilden – Benni Rösner muss im hinteren Paarkreuz aufschlagen, wo erneut der hoffnungsvolle, wenn  auch noch nicht durchgehend stabile angehende Abiturient Manuel Hoffmann (1:4) weitere Einsätze bekommen wird.

Bleibt als Zwischenbilanz die Erkenntnis, dass auch im Einzelsport Tischtennis der Mannschaftsgeist eine wichtige Rolle spielt. Und natürlich die Hoffnung, dass in der Rückrunde endlich der Knoten platzt. Gute Leistungen einzelner Akteure im Einzelsport und überragende Erfolge des Nachwuchses sind noch keine Garantie für die Zukunft der Bundesliga-Mannschaft. Teamchef Bernd Beringer: „Es kann und muss in der Rückrunde besser werden – wir müssen aber alle ein bisschen mehr Gas geben.“