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Drama ohne Happyend

Hilpoltstein (bb) – Als das Drama zu Ende war, gab es auf Hilpoltsteiner Seite lauter betröppelte Gesichter. Nur einer lächelte: Teamchef Bernd Beringer. Denn was er in Passau gesehen hatte von seinen Jungs, war tausendmal besser als beim Auftaktmatch in Grenzau. Seine Tischtenniscracks knüpften gar an die besten Leistungen der letzen Saison an, als man in der 2. Bundesliga Süd den fünften Platz belegt hat.

Tolles Match, großer Kampf, doch null Punkte – die 7:9-Niederlage beim glücklichen TTC Fortuna Passau tut weh, aber sie gibt auch Anlass zu Hoffnung auf bessere Zeiten. Alle sechs Hilpoltsteiner Spieler steigerten sich gegenüber dem Saisonbeginn gewaltig, Alexander Flemming und Felix Bindhammer avancierten gar zu den besten Akteuren eines hochklassigen viereinhalb Stunden langen Krimis, dem nur das Happyend fehlte.

Nico Christ, Neuzugang vom letztjährigen Erstligisten Gräfelfing, hatte es an der Seite von Flemming im Schlussdoppel in der Hand, das verdiente Unentschieden zu retten. Doch seine Verletzung im Sprunggelenk verhinderte den finalen Coup: Passau siegte im verbissen geführten Entscheidungssatz. Den verständlichen Frust von Christ musste eine Umrandung büßen, die er mit dem verletzten Fuß zerlegte. Den erst empörten, dann verblüfften Passauern drückte Christ nach dem Spiel einen Zwanziger in die Hand...

 

Alexander Flemming

Alexander Flemming (Foto: Ammer)

Zurück zum Anfang: Flemming und Christ brauchten für ihr Auftaktdoppel nur drei Sätze, der diesmal auf den Punkt fitte Felix Bindhammer mit Dennis Dickhardt nicht viel länger, um den Gast in Führung zu bringen. Und als Flemming den neuen Passauer Spitzenmann Frantisek Krcil nach allen Regeln der Kunst zerlegt hatte, keimte im Hilpoltsteiner Fan-Lager Hoffnung auf: Sollte wie in der letzten Saison ein Sieg beim großen Favoriten gelingen?

Der Dämpfer kam auf der Stelle: Nico Christ hatte Tomas Sadilek, den bisher besten Spieler der Saison, zwei Sätze lang voll im Griff, führte auch im dritten, doch dann ging ihm nach seinem Trainingsrückstand ebenso die Luft aus wie kurz danach Dennis Dickhardt, der gegen Roger Pytlik, den wohl größten Kämpfer der Liga, doch noch die Waffen strecken musste. Der amtierende bayerische Meister Benni Rösner geriet gar zum Unglücksraben des Nachmittags. Der verbissen und vorbildlich fightende Würzburger, der für den Ausflug nach Passau sogar einen wichtigen Schultag geopfert hatte, führte gegen Pytlik nach großer Leistung im Entscheidungssatz mit 6:0 (!), als das Unfassbare passierte: sein Gegner holte Punkt um Punkt auf, glich zum 6:6 aus und verdaute sogar einen erneuten Rückstand zum 6:8. Rösner war nach dem Match untröstlich, der Fortunen-Kapitän hingegen überglücklich.

Da nutzte es wenig, dass Alexander Flemming auch dem Passauer „Einser“ keine Chance ließ, Dennis Dickhardt gegen den starken Österreicher Mathias Habesohn seine bisher beste Leistung im TV-Trikot zeigte und Felix Bindhammer seinen ehemaligen Angstgegner Tomas Pristal klar beherrschte – das Drama nahm seinen Lauf und Hilpoltstein die Illusion, auch dann siegen zu können, wenn nur drei Spieler im Einzel erfolgreich sind. Der Teamchef bleibt nach dem großen Auftritt trotz schlechtem Ausgang optimistisch: „Zu Hause packen wir die“.

TTC Fortuna Passau – TV Hilpoltstein 9:7  Krcil/Habesohn – Rösner/Möst 11:8, 11:5, 11:6; Sadilek/Hazaah – Flemming/Christ 7:11, 6:11, 10:12; Pristal/Pytlik – Dickhardt/Bindhammer 11:9, 4:11, 5:11, 9:11; Sadilek – Christ 8:11, 8:11, 11:9, 11:8, 11:4; Krcil – Flemming 6:11, 6:11, 6:11; Pytlik – Dickhardt 8:11, 11:7, 11:5, 9:11, 11:8; Habesohn – Rösner 11:6, 14:12, 11:8; Pristal – Möst 11:4, 11:7, 11:8; Hazaah – Bindhammer 9:11, 7:11, 5:11; Sadilek – Flemming 8:11, 11:13, 5:11; Krcil – Christ 11:9, 11:5, 11:9; Pytlik – Rösner 1:11, 11:4, 11:9, 7:11, 11:9; Habesohn – Dickhardt 9:11, 11:7, 10:12, 10:12; Pristal – Bindhammer 5:11, 11:9, 9:11, 2:11; Hazaah – Möst 11:5, 11:5, 11:4; Krcil/Habesohn – Flemming/Christ 11:8, 16:14, 6:11, 8:11, 11:7.