Zum Hauptinhalt springen

Der Schlusspunkt einer sensationellen Saison

Hilpoltstein (bb) – Ein Sieg bei Borussia Dortmund, und Hilpoltsteins Tischtennis-Asse beenden die Saison auf einem nie für möglich gehaltenen zweiten Platz in der eingleisigen 2. Bundesliga. Doch wenn sie am Sonntag um 14 Uhr bei den vor der Saison weit höher eingeschätzten Borussen antreten, geht es auch um Revanche: In der Vorrunde haben Flemming und Co mehrere Matchbälle vergeben – Dortmund entführte beide Punkte aus Mittelfranken.

Selbst bei einer Niederlage und einem (wahrscheinlichen) Sieg von Frickenhausen in Fürstenfeldbruck käme das Flemming-Team noch auf den vierten Tabellenplatz. Derzeit ist der TV Hilpoltstein Dritter (21:13 Punkte) – hinter den Rivalen TTC Jülich (23:11) und TSV Bad Königshofen (21:13), die mit dem letzten Match bei den Unterfranken ein richtiges Endspiel um die „deutsche Meisterschaft der Zweitligisten“ austragen. Jedenfalls geht eine Saison zu Ende, wie sie spannender nicht hätte sein können: ein Krimi, der erst mit dem „letzten Schuss“ entschieden wird.

Obwohl der mittelfränkische Aufsteiger am letzten Wochenende nach der 1:6-Heimniederlage gegen Jülich die eigenen Meisterschaftsambitionen begraben musste, reist er optimistisch in die 475 km entfernte Fußball-Hochburg, in der am Samstag, dem Anreisetag der Hilpoltsteiner, schon der Ausnahmezustand herrscht, denn am Sonntag spielt fast gleichzeitig mit den „kleinen“ Tischtennis-Assen die „große“ Borussia Fußball: Gegner ist der Hamburger SV. Betten gibt es jedenfalls keine mehr in Dortmund oder nur zu völlig überteuerten Preisen. Also müssen die „armen“ Tischtennisleute aus Hilpoltstein ins 16 km entfernte Werne ausweichen. Immerhin hat dort der mitfahrende ehemalige Hilpoltsteiner Feuerwehr-Kommandant Josef Gruber ziemliche viele Feuerwehrfreunde aus alten Zeiten. Durchaus möglich, dass die zum Spiel kommen und den miserablen Dortmunder Zuschauerschnitt (68 gegenüber 358 von Hilpoltstein) etwas in die Höhe treiben.

Auch sportlich lief es für Dortmund nicht berauschend. Die Mannschaft um den „genialen Riesen“ Erik Bottroff rangiert nur auf dem enttäuschenden achten Platz. Die Abstiegsfrage ist zwar entschieden (Herne und Fürstenfeldbruck), doch die Fachleute hatten die erfahrenste Mannschaft der Liga (Durchschnittsalter 37 Jahre) viel weiter vorne erwartet, zumal die Einzelergebnisse der Borussen gar nicht mal mies sind: Evgeny Fadeev (14:16), Björn Helbing (15:12) und Qi Wencheng (8:15) stehen in den Einzelbilanzen nicht viel schlechter da als der TV Hilpoltstein, der lediglich in den Doppeln ein kleines Plus verzeichnen kann.

Ausgerechnet der eingedeutschte Chinese Qi war es, der den Hilpoltstein in der Vorrunde schachmatt setzte, als er gegen Dennis Dickhardt (12:16) drei Matchbälle abwehrte und seinen Kameraden einen doppelten Punktgewinn bescherte. Eigentlicher Matchwinner für Dortmund war jedoch Erik Bottroff (17:15), der seinerseits gegen den Hilpoltsteiner Kapitän Alexander Flemming (15:15) einen Siegball abwehrte, Nico Christ klar bezwang und auch im Doppel an der Seite von Fadeev nicht zu bezwingen war. Wenn die Hilpoltsteiner Petr David (vorderes Paarkreuz 6:8) und Flemming ihn „knacken“, könnte zum Abschluss einer fantastischen Saison noch mal ein Sieg glücken – der Sonntag würde zum Feiertag. Liveticker unter www.tvhiptt.de.