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Der erste Sieg muss her...

Hilpoltstein (bb) – Ihren ersten Saisonsieg wollen die Hilpoltsteiner Tischtenniscracks am kommenden Sonntag einfahren. Im Heimspiel gegen die Reserve des 1. FC Saarbrücken soll ab 13:45 Uhr in der Stadthalle die Schmach vom letzten Wochenende ausgemerzt werden, als man bei der Top-Mannschaft des ASV Grünwettersbach schon 5:1 führte und sich dennoch mit einem Unentschieden zufrieden geben musste.

Mit einer gehörigen Portion Wut im Bauch werden Bindhammer und Co in die Zweitliga-Partie gehen. „Unsere vielen Fans, die zum Teil haareraufend vor dem Liveticker saßen und das Drama mitverfolgten, wollen die Faust sehen“, so Alexander Flemming, Publikums-Liebling und Spitzenspieler der Mittelfranken. Alexander FlemmingDer sympathische Sachse – er trägt schon vier Jahre lang das Hilpoltsteiner Trikot – hatte es in Grünwettersbach selbst in der Hand, den Sack zuzumachen, doch im vorentscheidenden Match gegen den wallisischen Ausnahmekönner Adam Robertson riss nach einer 2:0-Satzführung bei Flemming der Faden – die ganze Begegnung kippte, die vorher so entfesselt aufspielenden TV'ler kamen urplötzlich von der Siegerstraße ab. Doch eines hat die Partie wieder einmal gezeigt: Der TV Hilpoltstein ist für alles gut, er kann gegen jeden Gegner gewinnen – und verlieren, es bleibt also spannend.

Saarbrücken ist derzeit zwar Tabellenletzter, aber nicht zu unterschätzen. Die Nr. 1, der 20-jährige belgische Nationalspieler Cedric Nuytinck, gehört mit seiner 9:3-Bilanz zu den drei besten Spielern der Liga – er könnte sogar ganz vorne stehen, wenn er nicht am letzten Spieltag in Fürstenfeldbruck etwas überraschend beide Spiele verloren hätte. Bei zwei Siegen von Nuytinck hätten die Saarbrückener  sogar ein Remis beim letztjährigen Vizemeister erzielt, obwohl ihre Nr. 2, der deutsche Jugend-Nationalspieler Marc Rode erneut wegen einer schweren Verletzung abschenken musste. Sollte Rode wieder fit und der ehemalige deutsche Nationaltrainer (Assistent von Jörg Roßkopf) und serbische Internationale Slobodan Grujic (bisher 2:2) als Hauptverantwortlicher in Saarbrücken dabei sein, sind die Saarländer durchaus ein schwer zu besiegender Gegner. Der 39-jährige Grujic hat zwar nicht mehr ganz das Weltklasse-Potential von früher, aber verlernt hat der Altmeister das Tischtennisspielen auf hohem Niveau natürlich nicht. Pascal Naumann als Nr. 4 (0:4) sollte auch gegen die Hilpoltsteiner Arne Hölter (2:4), Dennis Dickhardt (2:3) oder Felix Bindhammer (0:3) keinen Stich machen, doch der Slowake Jaka Golavsek (1:6) ist durchaus gefährlich, wie er bei seinem jüngsten Coup gegen den starken Kroaten Tomislav Zubcic in Fürstenfeldbruck bewiesen hat.

Der TV Hilpoltstein braucht also schon sein starkes vorderes Paarkreuz, um den ersten Sieg in der noch jungen Saison zu landen. Alexander Flemming (5:5) und Nico Christ (1:7) können – wie die gesamte Mannschaft – gegen jeden Gegner gewinnen. Es muss halt alles passen – und das ist im neuen Spielsystem mit nicht ganz einfach: Jeder Punkt ist mehr wert als vorher, die nervliche Belastung ist viel höher, die Bedeutung der Spieler wächst bei einer Vierer-Mannschaft überproportional.

Auch die Fans müssen sich erst an das neue System gewöhnen. In Bad Königshofen (Zuschauerschnitt 300) und in Obererlenbach bei Bad Homburg, 2. Liga Nord, (Zuschauerschnitt 270) haben sie den bisherigen Fankönig Hilpoltstein als Zuschauer-Krösus abgelöst – bisher. Auch in dieser „Disziplin“ wollen die Mittelfranken Boden gut machen. Am Sonntag bei voraussichtlich schlechtem Wetter erhoffen sich die TV-Cracks nicht nur zwei Punkte, sondern auch ein volles Haus.