Zum Hauptinhalt springen

Das doppelte Derby - tolles Tischtennis-Wochenende in Hilpoltstein

Hilpoltstein (bb) – Es werden die „Stunden der Wahrheit“: Am Wochenende nimmt der TV Hilpoltstein in der 2. Tischtennis-Bundesliga einen erneuten Anlauf, um sich dem Aufstieg in die künftig eingleisige Liga doch noch zu nähern. Zur Zeit liegen die Mittelfranken auf Rang acht. Um den „rettenden“ fünften Tabellenplatz zu erreichen, fehlen nur vier Punkte – also zwei Siege. Die Gegner in den beiden Schlagerspielen am Samstag und am Sonntag sind allerdings bärenstark.

Mit dem SC Fürstenfeldbruck (derzeit 5. Platz,) und dem TSV Bad Königshofen (2. Platz) kommen zwei bayerische Rivalen in die Stadthalle, die tollen Tischtennissport garantieren. Das „doppelte Derby“ verspricht höchste Brisanz: Gewinnt Hilpoltstein zweimal, ist man voll dabei, bei zwei Niederlagen dürfte man sich in den restlichen sechs Partien kaum noch Punktverluste leisten.

Mit den „Bruckern“ (Samstag 14 Uhr) haben Bindhammer und Co noch ein Hühnchen zu rupfen. In der Vorrunde setzte es auswärts eine heftige 6:1-Niederlage. Nun will man Revanche – wie ein Jahr zuvor, als man die Oberbayern, damals noch bei Sechser-Mannschaften, mit 9:6 geschlagen nach Hause schickte. Am Ende war Fürstenfeldbruck dennoch Vizemeister, Hilpoltstein landete nach starker Rückrunde mit 21:17 Punkten auf Platz Sechs.

Groß geändert haben sich beide Teams seit Einführung der Vierer-Mannschaft in dieser Saison nicht. Die Mannschaft um Jugend-Nationalspieler Florian Schreiner, der nach einer 6:10-Bilanz in der Vorrunde ins hintere Paarkreuz gerutscht ist (wo er allerdings schon zweimal verlor), bekam einen neuen 23-jährigen Chinesen als Nr. 1: Zhao, Tian Ming überzeugte mit einer 15:7-Bilanz auf der ganzen Linie. Englands „Olympia-Botschafter“ Darius Knight hat als Nr. 2 in der Rückrunde noch große Probleme: 0:4 Punkte vorne – eine echte Negativ-Überraschung. Mal so, mal so, spielt der Kroate Tomislav Zubcic hinten; 11:6 Siege sind gut, aber nicht überragend. Mit einem Wort: die „Multi-Kulti-Truppe“ erweist sich häufig als Wundertüte – auch in Hilpoltstein?

Das zweite Bayern-Derby an diesem Wochenende steigt am Sonntag um 14 Uhr ebenfalls in der Stadthalle und verspricht noch mehr Spannung. Liga-Neuling TSV Bad Königshofen setzt seinen „Königsweg“ auch in der 2. Bundesliga fort. Mit zwei „hungrigen Einheimischen“ und zwei passenden Verstärkungen bringen die Unterfranken selbst Fachleute zum Staunen. 19:5 Punkte und Platz 2 sind das Ergebnis eines seriös geführten Vereins, der auch auf die eigene Jugend setzt. Der 17-jährige Kilian Ort ist nicht nur Sohn des Abteilungsleisters, sondern derzeit auch bester Jugend-Nationalspieler Deutschlands, frisch gebackener bayerischer Meister der Herren (und damit Nachfolger von Alexander Flemming) und Shooting-Star der Liga: 15:4 Siege im hinteren Paarkreuz bilden den Grundstein für den Königshofener Höhenflug, der selbst bei den Zuschauerzahlen nicht zu stoppen ist: 308 Fans im Schnitt pilgerten in die Arena – da kann sogar der TV Hilpoltstein, bisher alleiniger „König der Herzen“, nur bewundernd staunen.

„Erfolg macht sexy“ - zu diesem Motto tragen der tschechische „Alt-Internationale“ Richard Vyborny mit seiner Super-Bilanz von 18:6 Siegen ebenso bei wie der 20-jährige Taiwanese Chun-Lin, Lee (10:10) und Kilian Orts „Alter Ego“ Christoph Schüller (10:8). Wenn die Hilpoltsteiner Asse Alexander Flemming (9:11), Nico Christ (6:11), Arne Hölter (9:5) und Dennis Dickhardt (7:6) ihren sympathischen Gästen die erste Niederlage beibringen wollen, ist mehr nötig als ein Formanstieg aller heimischen Akteure. Nur mit Kampfgeist, Biss, dem absoluten Willen zum Sieg und der bedingungslosen Unterstützung der Hilpoltsteiner Fans kann die Überraschung gelingen – ähnlich wie in der Vorrunde, als man der neuen Super-Truppe der Liga einen Punkt abknöpfte. Vielleicht aber hilft nur die „Hilpoltsteiner Wunderwaffe“: ein topfitter „Local Hero“ Felix Bindhammer könnte seine jungen Nachfolger mit deren eigenen Waffen schlagen...