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Aufstieg greifbar nahe

Hilpoltstein (bb) – Dieser Sonntag könnte in die Geschichte des traditionsreichen Hilpoltsteiner Tischtennissports eingehen. Die 1. Herren-Mannschaft um Kapitän Felix Bindhammer hat im letzten Saisonspiel die große Chance, mit einem Sieg beim Tabellendritten Post SV Mühlhausen in die neue eingleisige 2. Bundesliga aufzusteigen – es wäre der bisher größte Erfolg des mittelfränkischen Ausnahme-Teams.

Ein Unentschieden dürfte nicht reichen, denn dass der punktgleiche 1. FC Saarbrücken sich wie zuletzt in  Mainz im Heimspiel gegen den TTC Bietigheim-Bissingen einen Schnitzer erlaubt – darauf sollten die Hilpoltsteiner nicht hoffen. Allerdings reisen sie mit einem kleinen Handicap in die thüringische Kreisstadt: Dennis Dickhardt musste in dieser Woche mit einer Grippe das Bett hüten und kann nur leicht geschwächt die Reise ins Mekka des ostdeutschen Tischtennissports antreten.

Die Erstliga-Reserve aus Mühlhausen hat aber noch größere Probleme, zur Vorrundenstärke zurückzufinden. Ihr Spitzenspieler Michal Bardon (bisher 17:7 Siege) hat sich mit seinem vierten Einsatz in der Erstliga-Mannschaft dort festgespielt und kann nicht mehr in der 2. Mannschaft eingesetzt werden. Für den international erfahrenen früheren slowakischen Nationalspieler, der in der Vorrunde sowohl Alexander Flemming (17:7) als auch Nico Christ (16:9) nicht mal einen Satzgewinn überließ, rückt Lokalmatador Erik Schreyer ins vordere Paarkreuz (gesamt 20:7, vorne 7:6). Das ist gegenüber der Vorrunde sicher eine Schwächung, aber unterschätzen sollte man den „jungen Wilden“ auf keinen Fall, denn wenn er richtig heiß läuft, kann er auch stärkere Gegner in die Knie zwingen.

Noch schwerer zu besiegen ist Mühlhausens neue Nr. 1 Petr David (17:7). Der sympathische Tscheche hat in dieser Saison erneut bewiesen, dass er Zweitliga-Niveau besitzt. Auch bei den sehr gut besetzten Landesmeisterschaften in diesem Jahr zeigte er mit dem 1. Platz im Doppel und Bronze im Einzel, dass er zu den Besten seines Landes gehört. In der Vorrunde hat er mit Nico Christ einen der beiden Hilpoltsteiner Spitzen-Akteure besiegt.

Als leicht favorisiert gelten die mittelfränkischen Gäste im Doppel und im zweiten Paarkreuz. Dennis Dickhardt (17:5) und der wiedererstarkte Felix Bindhammer (15:7) sollten die Litauer Olegs Kartuzovs (6:8) und Sandijs Vasiljevs (2:14) in Schach halten können, auch im Doppel (27:7 gegenüber 22:12) spricht vieles für die Hilpoltsteiner, die mit einer beachtlichen Fangruppe als Rückenstärkung rechnen können.

Fragt sich nur, ob Bindhammer und Co in der altehrwürdigen Posthalle die Nerven bewahren. In den letzten Spielen hat man leicht gewackelt und nur mit großem Kampfgeist einen Punktverlust gegen ein starkes Neckarsulm vermieden. Doch jetzt will man sich nicht mehr die Butter vom Brot nehmen lassen, denn bei einem Punktverlust droht die Relegation, die am 26. April in der Hilpoltsteiner Stadthalle über die Bühne gehen würde. Viel lieber würde man sich nach ein paar kleineren „Feierstunden“ in Ruhe auf das 50-jährige Jubiläum der TV-Tischtennisabteilung am 1. Mai vorbereiten und dort beim Festakt mit vielen „Ehemaligen“ und den Ehrengästen den ursprünglich nicht erwarteten Aufstieg groß feiern. Das Spiel beginnt morgen um 14 Uhr und kann im Liveticker unter www.tvhiptt.de verfolgt werden.