Hilpoltstein (bb) – Nix zu feiern für den TV Hilpoltstein – der nationale Feiertag war für die Tischtennis-Asse des TV Hilpoltstein und ihre vielen Fans ein fulminanter Flop. Gegen die Reserve des Erstligisten TTC Frickenhausen verloren die Hipperer glatt mit 1:6. Alexander Flemming allerdings war schon alleine das Eintrittsgeld wert.
Was der 26-jährige Student der Betriebswirtschaft an erstklassigen Schlägen drauf hat, ist schon verblüffend. Vor allem seine Konter mit der Rückhand rissen die trotz des herrlichen Herbstags in die Stadthalle gepilgerten 200 Zuschauer immer wieder von den Sitzen. Sechs bis sieben Mal während seiner beiden Spiele gab es „Standing Ovations“ für den Publikums-Liebling, der schon die vierte Saison in Hilpoltstein spielt und hier fast schon zum „Einheimischen“ geworden ist. Dennoch musste Flemming gegen den Japaner Kohei Sambe – der erst 16-Jährige gehört in der Jugend-Weltrangliste jetzt schon zu den Besten – den Siegpunkt für Frickenhausen zulassen, nachdem er im vierten Satz fünf Matchbälle vergeben hatte.
Durch das neue Spielsystem mit Vierer-Mannschaften blieb Flemming nach seinem kräftezehrenden Fünfsatz-Sieg gegen den deutschen Jugend-Nationalspieler Qiu Liang nur eine kurze Pause, ehe er wieder ran musste. Zwei blitzschnelle Jugendspieler so kurz hintereinander waren denn doch zu viel für den gewiss nicht langsamen Blondschopf. Je schneller ein Spiel, desto höher muss die Konzentration der Akteure sein – und da hatte die jüngste Mannschaft der 2. Bundesliga, der TTC Frickenhausen, mit einem Durchschnittsalter von 19,6 Jahren gegenüber dem TV Hilpoltstein (Durchschnittsalter: 26,8 Jahre) am Donnerstag den entscheidenden Vorteil. Die Gäste bewegten sich besser, waren fast immer früher am Ball und damit einen Tick unberechenbarer als ihre erfahrenen Gegner.
Auch Arne Hölter, einen Tag zuvor erst 21 geworden, sah gegen den erst 16-jährigen Qiu Liang, zweiter Sohn des Frickenhausener Erfolgstrainers Qiu Jian Xin, ziemlich alt aus. Lediglich im dritten Satz hatte der jetzt in Berlin lebende Student eine Siegchance. Die hatte Hilpoltsteins Urgestein Felix Bindhammer gegen den ältesten der Frickenhausener Akteure nicht wirklich. Zsolt Sel, ein zuverlässiger Serbe mit „genialem linken Händchen“, ist mit seinen 29 Jahren fast schon der „Opa“ inmitten dieses blutjungen Teams, das seine ebenfalls erst 18-jährige Nr 1., den „japanischen Springfloh“ Masataka Morizono, wegen des Einsatzes von dessen Landsmann Sambe sogar noch zu Hause lassen musste. Gegen Bindhammer siegte Sel locker in drei Sätzen.
Allerdings begann das Verhängnis der Hilpoltsteiner schon früher, nämlich mit den Doppeln. In ihrem zweiten Heimspiel gingen die Gastgeber hier zum zweiten Mal leer aus. Hölter/Bindhammer vergeigten gegen Sambe/Qiu Liang im ersten Durchgang gleich drei Satzbälle und damit schon das gesamte Match. Viel schlimmer war indes der „Blackout“ von Flemming/Christ, in der letzten Saison immerhin eines der besten Doppel der Liga und jetzt schon mit zwei Niederlagen behaftet. Gegen Sel/Qiu Dang fanden sie nie ihren Rhythmus und kassierten bereits die 2. Heimniederlage – das war bereits der Anfang vom Ende der Hilpoltsteiner Sieg-Hoffnungen: Wer bei diesem Spielsystem kein Doppel gewinnt, hat nur noch geringe Siegchancen.
Fazit: In den beiden schweren Oktober-Auswärtsspielen in Fürstenfeldbruck (20.10.) und Grünwettersbach (28.10.) muss der TV Hilpoltstein schon eine gehörige Schippe drauflegen, um nicht den Anschluss an die vordere Tabellenhälfte zu verpassen.
TV Hilpoltstein – TTC Frickenhausen II 1:6
Hölter/Bindhammer – Sambe/Qiu Linang 10:12, 11:7, 8:11, 6:11; Flemming/Christ – Sel/Qiu Dang 4:11, 11:3, 7:11, 5:11; Flemming – Qiu Liang 11:4, 7:11, 11:9, 13:15, 11:9; Chist – Sambe 9:11, 8:11, 7:11; Hölter – Qiu Dang 5:11, 5:11, 11:13; Bindhammer – Sel 4:11, 8:11, 5:11; Flemming – Sambe 11:9, 6:11, 11:6, 17:19, 3:11.

