Zum Hauptinhalt springen

Als Tabellenführer zu den großen Bayern...

Hilpoltstein (bb) – Bayern München: ein großer Name in Deutschland, ein großer Name in der Bundesliga – jetzt auch im Tischtennis. Der Turnverein im vergleichsweise kleinen Hilpoltstein freut sich, gegen die großen Bayern aus München antreten zu können. Morgen ist es soweit: In der 3. Bundesliga trifft Mittelfrankens Aushängeschild im Tischtennis zum ersten Mal auf die berühmten Bayern. Spielbeginn: 13 Uhr, Spielort: Turnhalle in der Grafinger Straße 73.

Felix BindhammerDas Kuriose: Die „kleinen“ Hilpoltsteiner fahren sogar als Favorit ins große München. Denn sie kommen „von oben“, aus der 2. Bundesliga, die Bayern waren Zweiter in der Regionalliga Süd, sie kommen also „von unten“ in die neue 3. Bundesliga. Verstärkt haben sie sich auch nicht – im Gegenteil: Sie müssen ja jetzt mit einer Vierer-Mannschaft antreten, ihr einst starkes hinteres Paarkreuz mit Florian Kaindl und Wolfgang Köppl, zwei ehemaligen bayerischen Spitzenspielern, ist durch die Bundesligareform „weggeschmettert“ worden. So erging es vor einem Jahr auch dem TV Hilpoltstein, und dieses eine Jahr haben Bindhammer und Co Erfahrungsvorsprung  mit dem neuen System.

Weil sich die Münchner auch sonst nicht verstärkt haben, sondern mehr Wert auf eine zukunftsweisende „Kinder- und Jugend-Akademie“ mit viel Trainer-Knowhow legen als auf eine Spitzenmannschaft zum jetzigen Zeitpunkt, werden sie in der Tischtennis-Bundesliga wohl eher kleinere Brötchen backen müssen – wie die 2:6-Heimniederlage am ersten Spieltag gegen die DJK Stuttgart, einen Aufsteiger aus der Regionalliga Südwest, schon gezeigt hat.

Trotzdem: Die Hilpoltsteiner tun gerade nach ihrem überraschenden Pokalerfolg in Bielefeld und dem fulminanten 6:0 Auftaktsieg in Wohlbach gut daran, ihre „alten“ Freunde nicht zu unterschätzen. Dr. Michael Platter, in Hilpoltstein bestens bekannter und beliebter früherer Spieler des FC Tegernheim und des TTC Fortuna Passau, führt den Neuling an, kann sich aber als Arzt und junger Familienvater maximal nur noch zweimal wöchentlich zum Training aufraffen. Besser dran ist da der Ungar Csaba Szappanos, ein internationaler Spielertrainer mit Zweitliga-Erfahrung, den man in Hilpoltstein aus seiner Zeit bei Rosenheim noch gut kennt, der aber ein bisschen in die Jahre gekommen ist: 46 ist im schnellen Tischtennissport schon ein relativ hohes Alter.

Ähnliches gilt für den „alten Kämpen“ Manfred Degen, 37, der zwar auch schon Bundesliga-Erfahrung vorweisen kann, dessen beste Zeiten aber auch schon ein bisschen länger zurückliegen. Die größten Erfolgsaussichten hat wohl Julian Diemer, 23, der schon zu Regionalligazeiten überzeugt hat. Auch die Münchner Doppel mit zwei Rechts- und zwei Linkshändern sind nicht zu unterschätzen.

Die Experten sind gespannt, ob Alex Flemming, Nico Christ, Dennis Dickhardt und Felix Bindhammer ihre derzeitige Tabellenführung in der 3. Bundesliga halten können. Auch wenn Vorsicht geboten ist: Die Aussichten sind jedenfalls nicht allzu schlecht.