Zum Hauptinhalt springen

Als Favorit nach Hessen

Hilpoltstein (bb) – Mit einem Sieg beim Tabellenvorletzten TTC Seligenstadt wollen die Tischtennis-Cracks des TV Hilpoltstein ihren Aufwärtstrend in der 2. Bundesliga Süd fortsetzen. Nach dem 8:8 gegen Passau und den knappen 6:9-Niederlagen gegen Weinheim und Grünwettersbach, die beiden besten Mannschaften der Liga, gelten die Mittelfranken am Sonntag (14:30 Uhr) beim hessischen Liga-Neuling als Favorit.


Allerdings haben die Götter vor den Erfolg den Schweiß gesetzt. Die Truppe des JOOLA-Geschäftsführers Andreas Hain, der als Chef eines Tischtennis-Ausrüster über beste Kontakte in alle Welt verfügt, wird seine wahrscheinlich letzte Chance, den Klassenerhalt doch noch zu sichern, mit Macht wahrnehmen wollen. „Unterschätzen ist nicht drin“, postuliert Hilpoltsteins Urgestein Felix Bindhammer den Marschbefehl. Denn für eine Überraschung sind die Hessen eigentlich immer gut.


Zur Überraschung kann beispielsweise der wöchentliche Aufstellungspoker des stets engagiert um seine Überzeugung streitenden Sportchefs Hain werden. Setzt er als Topspieler den Inder Anthony Amalraj (vorne 8:8) ein oder den 17-jährigen Japaner Yoshihiro Ozawa (5:8), der in der Vorrunde in Hilpoltstein sowohl Alexander Flemming (13:17) als auch Nico Christ (14:16) „panierte“, die 5:9-Niederlage seiner Mannschaft dennoch nicht verhindern konnte.


Der Rest des Aufsteigers setzt sich aus Spielern zusammen, die in Hilpoltstein gut bekannt sind. Matthias Bomsdorf zum Beispiel sorgte in der Burgstadt bei der Pokal-Vorrunde für Furore, als er sowohl gegen Grünwettersbach als auch gegen Hilpoltstein zum Matchwinner avancierte. Auch bei den jüngsten deutschen Meisterschaften in Berlin glänzte der Student mit dem feinfühligen Händchen. Seine Bilanz in der Mitte war in der Vorrunde mit 8:8 Siegen beachtlich, in der Rückrunde blieb er allerdings, ins extrem starke vordere Paarkreuz versetzt, noch sieglos (0:10).


Dafür hat der ungarische Neuzugang Daniel Schaffer, in der Vorrunde in Hilpoltstein Überraschungssieger gegen Spitzenmann Alexander Flemming, nun in der Mitte ein ausgeglichenes Ergebnis (4:4). Sein Paarkreuz-Kollege Sven Müller (10:14) hat zwei Jahre selbst in der Burgstadt gespielt und ist gegen die starke Hilpoltsteiner Mitte mit Dennis Dickhardt (17:7) und Felix Bindhammer (7:7) nicht gerade favorisiert. Hinten agieren mit Alexander Krenz (12:9) und dem bayerischen Ex-Meister Michael Berberich (7:9) zwei Akteure, die gegen jeden Gegner Siegchancen haben.


Auf Hilpoltsteiner Seite kommt hier neben dem routinierten Benni Rösner (6:5) zum ersten Mal das große Talent Marcel Kutzner zum Einsatz. Am letzten Mittwoch gerade mal 14 Jahre alt geworden, darf sich der ansonsten in der 2. Mannschaft aufschlagende „Knirps“ zum ersten Mal das Trikot der 1. Mannschaft überstreifen – quasi als Belohnung für seine Leistungen bei den deutschen Schülermeisterschaften, als er bis ins Viertelfinale kam und dort erst am späteren deutschen Vizemeister gescheitert ist. Man darf gespannt sein, ob der Youngster bei seiner Bundesliga-Premiere „locker vom Hocker“ seine schon verblüffende Spielkunst auf den Tisch bringen kann.