Zum Hauptinhalt springen

Als Außenseiter zum Spitzenreiter

Hilpoltstein (bb) – Es wird ein schwerer Gang für den Tabellenachten: Beim Spitzenreiter TTC Frickenhausen gibt es meistens nichts zu erben für den TV Hilpoltstein. Doch die 2. Tischtennis-Bundesliga hat nicht nur in dieser Saison ihre eigenen Gesetze. Meistens in der Rückrunde schwächeln die Schwaben ein bisschen und mussten so schon herbe Niederlagen gegen die Mittelfranken einstecken. Auch der 1.FSV Mainz 05 hat vor kurzem der Frickenhausener Erstliga-Reserve einen Punkt gestohlen.

So ganz ohne Hoffnung fahren die Mannen um Kapitän Felix Bindhammer an diesem Wochenende also nicht ins Schwabenland (Spielbeginn: Samstag, 14:30 Uhr). Denn wenn sie ihre beiden knappen Heimniederlagen gegen Fürstenfeldbruck (4:6) und Bad Königshofen (3:6) mental gut verarbeitet haben, bestehen selbst beim Tabellenführer Chancen auf einen Punktgewinn.

Bei Frickenhausen hängt viel von der Aufstellung ab. Die „Japaner-Hochburg“, in der der gebürtige Chinese (!) Qiu, Jian Xin (47) seit rund zwei Jahrzehnten das sportliche Zepter schwingt und in der sich Weltklasse-Akteure wie Koki Niwa (21), der ehemalige Jugend-Weltmeister, und Jan Mizutani (28), die frühere Nr. 5 der Weltrangliste, beim Training die Klinke in die Hand geben, ist unter normalen Umständen von den ausnahmslos in Deutschland aufgewachsenen Hilpoltsteiner Amateuren nicht zu stürmen.

Der japanische „Springfloh“ Masataki Morizono, erst 18 Jahre alt und dennoch mit 13:2-Siegen im vorderen Paarkreuz eine absolute Ausnahme-Erscheinung, führt zusammen mit seinem noch zwei Jahre jüngeren Landsmann Kohei Sambe (8:0) die Rangliste der besten Zweitligaspieler an. Alexander Flemming (11:13) und Nico Christ (7:14), die beiden Hilpoltsteiner Spitzenspieler, haben gegen solche Weltklasse-Kaliber eigentlich nichts zu bestellen. Doch was heißt im Tischtennis schon „eigentlich“?

In der schnellsten Ballsportart der Welt sind Überraschungen nie ausgeschlossen. Die aufsteigende Form von Flemming und Christ lässt den Mittelfranken zumindest einen kleinen Hoffnungsschimmer. Zumindest mit Qiu Liang (7:10), dem 18-jährigen Sohn des Trainers, befinden sich die Gäste auf Augenhöhe, und wenn sie einen ganz guten Tag erwischen, ist auch mal gegen noch Bessere was drin: „Nichts ist unmöglich“, muss jedenfalls die Devise lauten, wenn man gegen einen Favoriten antritt.

Das gilt auch für Arne Hölter (10:8), Dennis Dickhardt (7:6) und Felix Bindhammer (0:6), die zuletzt mit unterschiedlichen Leistungen aufwarteten, die gegen den 17-jährigen Jugend-Nationalspieler Qiu Dang (11:4) und vor allem gegen den Serben Zolt Sel (9.7) aber nicht schon vor dem Match das Handtuch werfen müssen.

Wenn der Außenseiter aus Bayern überhaupt eine Chance haben will, muss in den Doppeln ein Punktgewinn gelingen. Doch genau das wird besonders schwer, denn die Frickenhausener Paarungen waren bis dato bei einer sensationellen 21:3-Bilanz kaum zu bezwingen. Hilpoltstein steht mit 12:12-Siegen zwar relativ gut da, aber gegen die starke Profi-Truppe aus dem reichen Schwabenland wäre ein Sieg in einem der Doppel schon mehr als eine Überraschung.

Zwölf Punkte kann der TV Hilpoltstein in der Rückrunde noch holen – in Frickenhausen hängen die Trauben sicher am höchsten. Doch das Hilpoltsteiner Lager bleibt zuversichtlich und: Man wird ja noch träumen dürfen...

Das Spiel ist live unter www.tvhiptt.de zu verfolgen.