Erster Sieg in Döbeln(bb) – Es wurde der erhoffte erste Sieg in Döbeln. Doch die Tischtenniscracks des TV Hilpoltstein kamen im verregneten Sachsen mehr ins Schwitzen, als ihnen lieb war. Am Ende stand ein 9:6-Erfolg – dank einem überragenden mittleren Paarkreuz. Andras Podpinka und Tomas Demek, die beiden alten Hasen im Hilpoltsteiner Dress, waren beide gesundheitlich angeschlagen. Doch für die beiden 20-Jährigen Youngsters der Gastgeber reichten Kraft und Konzentration trotzdem. Bruno Levis, der beste südamerikanische Tischtennisspieler, kämpfte gegen den 44-jährigen tschechischen Nationaltrainer Tomas Demek zwar wie ein Löwe, am Ende besiegte allerdings dessen Routine, aber auch sein Spielwitz den jugendlichen Überschwang des Chilenen. Der slowakische Abwehrkünstler Michal Balaz, der im Doppel sowohl Andras Podpinka als auch Felix Bindhammer mit seinem Schnittwechsel immer wieder vor ein Rätsel stellte, hatte im Einzel keine Chance – er gewann gegen Demek und den ehemaligen Weltklasse-Akteur Podpinka („Ein echter Ungar verliert nicht gegen Abwehr“) nicht mal einen Satz. Die starke Mitte war aber auch notwendig, um manche Schwäche im Hilpoltsteiner Team auszubügeln. So zeigte sich Philipp Floritz nicht gerade von seiner besten Seite. Saft- und kraftlos vergab er die meisten seiner Punkte, und besonders die Niederlage gegen um fast 100 Ranglistenplätze hinter ihm postierten Jens Kurkowski schmerzte sehr. Offensichtlich hat der 17-jährige Hilpoltsteiner die Strapazen von zwei Europameisterschaften sowie einigen schweren Punkt- und Pokalspielen noch nicht überwunden. Für Publikums-Liebling Alexander Flemming reichte die Konzentration gegen den starken Slowaken Valentin Bazenov auch nur bis zur 5:2-Führung im fünften Satz. Sieben Punkte in Folge machten seinen Gegner noch mal stark, davon erholte sich der Leipziger trotz großer Wut im Bauch nicht mehr. Sein klarer Sieg gegen den ständigen Trainingspartner Jens Kurkowski brachte dem neuen Hilpoltsteiner Sympathieträger an alter Wirkungsstätte dennoch viel Beifall ein. Rätselhaft bleiben auch die Schwankungen im Spiel von Felix Bindhammer. Das Hilpoltsteiner Urgestein zeigte zumindest im Einzel zwar aufsteigende Form – doch die kann er häufig nicht durchhalten. Zu durchsichtig sind seine Aktionen für den Gegner, er will oft zu schnell den Punkt machen und wirkt dabei überhastet. Im Hilpoltsteiner Lager ist man dennoch zuversichtlich, dass Bindhammer bald seine mentale Sperre überwindet und zu alter Stärke zurückfindet. Das hat allem Anschein nach Alexander Möst schon geschafft. Souverän und mit viel Routine zog er seine sechs Sätze durch und behielt auch in engen Situationen die Nerven. Bezeichnend, dass er den Schlusspunkt in einem Match setzte, das Hilpoltstein zum ersten Mal in seiner Bundesliga-Geschichte einen Platz im vorderen Tabellendrittel bescherte. Und als die Hilpoltsteiner Helden am Sonntagfrüh um 4 Uhr nach einer strapaziösen Reise in der Burgstadt eintrafen, waren einige Sorgenfalten schon einem zufriedenen Lächeln gewichen. ITTC Sachsen Döbeln – TV Hilpoltstein 6:9 Bazenov/Levis – Floritz/Möst 11:9, 11:5, 11:7; Kurkowski/Udra – Flemming/Demek 6:11, 6:11, 10:12; Balaz/Turoczy – Podpinka/Bindhammer 11:6, 2:11, 11:8, 11:5; Bazenov – Floritz 7:11, 11:8, 11:3, 11:6; Kurkowski – Flemming 3:11, 3:11, 11:4, 9:11; Levis – Demek 6:11, 11:4, 11:9, 6:11, 8:11; Balaz – Podpinka 3:11, 6:11, 8:11; Turoczy – Möst 6:11, 9:11, 10:12; Udra – Bindhammer 13:15, 4:11, 8:11; Bazenov – Flemming 8:11, 12:10, 5:11, 11:4, 11:7; Kurkowski – Floritz 11:7, 11:6, 9:11, 11:5; Levis – Podpinka 4:11, 6:11, 3:11; Balaz – Demek 12:14, 5:11, 9:11; Turoczy – Bindhammer 9:11, 11:8, 11:9, 13:11; Udra – Möst 7:11, 11:13, 9:11. |